30 Teilnehmer

Wenn es im Tunnel brennt: Feuerwehren am Rettungszug ausgebildet

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Flucht übers Gleisbett: Über die Rampe am Rettungszug werden Verletzte aus dem Zug geholt und an den Rettungsdienst übergeben.  

Dransfeld. Manchmal geht die Feuerwehr auf die Schiene: Kürzlich hatten die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Rosdorf und der Samtgemeinde Dransfeld die Gelegenheit zu einer Ausbildung am Rettungszug der Deutschen Bahn.

Rund 30 Teilnehmer beider Wehren nahmen den Termin mit den Ausbildern Tobias Schenk von der Deutschen Bahn und dem ehemaligen Abschnittsleiter Ulrich Uhlendorf wahr, berichtet Matthias Freter, Pressewart der Freiwilligen Feuerwehr Samtgemeinde Dransfeld.

Die für den Landkreis Göttingen zuständigen Rettungszüge sind in Hildesheim und Kassel stationiert, erklärt Tobias Schenk, der als hauptamtlicher Gerätewart für die Rettungszüge Hildesheim und Kassel zuständig ist. Sie würden im Einsatzfall von den jeweiligen Berufsfeuerwehren der beiden Städte besetzt und von speziell bereitgehaltenem Betriebspersonal der Deutschen Bahn zum Einsatzort gefahren. Dazu würden auch alle Betriebssysteme der Züge rund um die Uhr auf Betriebstemperatur gehalten. Während die Züge von beiden Richtungen zum betroffenen Tunnel fahren, begeben sich Verstärkungskräfte (Feuerwehren und Rettungsdienste in der Nähe des Unfallorts) ebenfalls zu den Tunneleingängen, sagt Freter.

Die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Dransfeld sind im Gemeindegebiet gleich für mehrere Tunnelportale der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg zuständig: Rauheberg-Nord, Mackenrodt-Süd und -Nord, Endelskamp-Süd und -Nord sowie Leinebusch-Süd, so Freter weiter. Übungen am Rettungszug und Ortsbesichtigungen der Rettungsplätze an den Tunnelportalen gehörten daher zur regelmäßigen Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren, auch wenn sich die Anzahl der Einsätze in einem kleinen Rahmen halte.

Der erstmalige Einsatz eines Rettungszuges bei einem Ernstfall habe dennoch auf dem Gebiet der Samtgemeinde Dransfeld und der Gemeinde Rosdorf stattgefunden, als im März 1999 der Wagen eines Güterzuges im Leinebuschtunnel entgleiste und in Brand geriet. (red/kim)

Hier gibt es mehr Informationen über die die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Rosdorf und der Samtgemeinde Dransfeld.

Das Konzept der Rettungszüge auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken wurde bereits Anfang der 1980er Jahre entwickelt, erklärt Matthias Freter. Im August 1989 wurde der erste Zug in Betrieb genommen. Die Züge sind für die Befreiung, Rettung und Versorgung von Personen sowie zur Brandbekämpfung bei Unfällen in Eisenbahntunneln ausgelegt. 2012 hat die Deutsche Bahn mit der Erneuerung der deutschlandweit insgesamt sechs Rettungszüge (Hildesheim, Kassel, Fulda, Würzburg, Mannheim, Stuttgart) begonnen und ein siebter wird noch als Reserve angeschafft. Bis 2019 sollen alle Rettungszüge erneuert und mit modernster Technik ausgestattet sein. Der 138 Meter lange Zug hat zwei Diesellokomotiven und fünf Wagen für die Notfalltechnik. In den Waggons gibt es Technik zur Bergung von Verletzten, medizinisches Gerät sowie Löschwasser und Schaummittel. Das Fahrzeug hat sogar eine eigene Sauerstoffversorgung mit Luftschleusen. Zwei Lokomotivführer, Feuerwehrleute, Notärzte und Rettungskräfte bilden die Besatzung.

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