Veranstaltung: Sie fliehen auch, weil sie Frauen sind

Frauen fliehen nicht nur vor Krieg und Terror, sondern oft auch vor spezifischer Gewalt, der sie ausgesetzt sind, weil sie Frauen sind: Mit Bildern wie diesen gibt der Verein agisra ihnen ein Gesicht. Fotos: Verein agisra/nh

Landkreis Göttingen. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Göttingen, Angelika Kruse, lädt zur Veranstaltung „Frauen und Flucht" für Montag, 7. März, im Vorfeld des internationalen Frauentages, ins Kreishaus ein, 17 Uhr.

Die Gleichstellungsstelle, der Integrationsbeauftragte und die Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe des Landkreises Göttingen sind Veranstalter. Referentinnen sind Behshid Najafi vom Verein agisra, Köln, und Eva Holczinger vom Sozialdienst der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen.

Frauen fliehen genau wie Männer aufgrund von weltweiten Menschenrechtsverletzungen wie Armut, Hunger, Krieg, Folter, fehlender Bildungschancen und mangelnder medizinischer Versorgung, wegen Folgen von Umweltzerstörung und anderem mehr, heißt es in der Einladung.

Sie seien jedoch zusätzlich spezifischer Gewalt ausgesetzt, weil sie Frauen sind: Dazu gehören Vergewaltigungen, Verstöße gegen „kulturelle Normen“ wie Kleiderregeln, Genitalverstümmelungen, Zwangsverheiratung und Zwangsprostitution, um nur einige zu nennen. Wenn sie in Deutschland ankommen, seien sie oft traumatisiert.

Die Referentinnen wollen sich mit folgenden Fragen befassen:

• Was sind die geschlechtsspezifischen Ursachen von Flucht?

• Welche Gewalterfahrungen machen Frauen auf der Flucht?

• Woraus leitet sich die besondere Schutzbedürftigkeit von asylsuchenden Frauen ab?

• Wie können wir geflüchtete Frauen in Deutschland effektiv vor geschlechtsspezifischer Gewalt schützen?

Behshid Najafi gründete 1993 mit drei Kolleginnen den Verein agisra. Die Abkürzung agisra steht für Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung. Als eine feministische Informations- und Beratungsstelle setzt sie sich vor allem für die rechtliche Verbesserung für Migrantinnen und ihren Schutz vor Gewalt ein. „Wir unterstützen ausschließlich Frauen, denn wenn Frauen stärker werden, dann geht es der gesamten Gesellschaft besser“, sagt Najafi.

Eva Holczinger ist im Sozialdienst der Landesaufnahmeeinrichtung Friedland tätig. 

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