Flohmarkt der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt zieht um

Einkaufen im Silberfuchs

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200 Jahre altes Kochbuch: Über diese Spende staunte das Flohmarkt-Team nicht schlecht. 

Es wird fleißig geräumt und dekoriert, ab dem 22. Juli soll alles fertig sein: Dann kann man montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 13 Uhr im „Silberfuchs“ in Hann. Münden einkaufen.

Zwar werden es keine edlen Pelze sein – wie in der Zeit, aus der das Gebäude Lange Straße 24 seinen Namen hat – dafür lässt sich so manches Schätzchen dort entdecken. Der Flohmarkt der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt bezieht die untere Etage in dem Fachwerkhaus. Damit wird das Haus nach jahrzehntelangem Leerstand wieder genutzt. 

Wie berichtet, hatte die Stadt Hann. Münden das Gebäude gekauft. Mit der Bürgergenossenschaft wird die Nutzung vertraglich geregelt.

Historisches Schild: Bernd Demandt mit einer der Kuriositäten, die der Flohmarkt zu bieten hat. 

Der Flohmarkt erwirtschaftet Geld für die Sanierung von Fachwerkhäusern: Wer Gegenstände nicht mehr braucht, kann sie der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt spenden. Die verkauft sie, um den Erlös wieder in ihre Arbeit fließen zu lassen. Der Flohmarkt nutzt immer wieder Ladenflächen, die sonst leer stehen, und sucht sich eine neue Bleibe, wenn im jeweiligen Haus für eine dauerhafte Nutzung Bauarbeiten anstehen.

Aktuell werde das Geld noch für die Arbeiten im Haus der Bürgergenossenschaft in der Radbrunnenstraße verwendet, sagt Bernd Demandt, Vorstand der Bürgergenossenschaft.

Dank Bundesförderung habe die Bürgergenossenschaft Verstärkung bekommen, zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter sind mit geförderten Stellen bei der Genossenschaft angestellt. Der Landkreis und die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung sind hier mit im Boot.

Unter den jüngsten Sachspenden, die für den Flohmarkt abgegeben wurden, war übrigens schon ein echtes Schätzchen: „Scheibler’s Kochbuch“ aus dem Jahr 1819, erschienen im Amelang Verlag. Bei dem hohen Alter wurden die Flohmarkt-Helfer stutzig und schauten im Internet nach: Da wird das Buch für 200 bis 280 Euro gehandelt. Dass „Sauerkohl mit Sahne und Hecht“ oder „Aal, in Bier gekocht“ und „Budding von Kartoffeln“ so viel einbringen kann, hätten sie nicht gedacht.

Jetzt soll das Buch natürlich zu einem angemessenen Preis verkauft werden. Und die anderen Buchspenden werden ganz genau unter die Lupe genommen.

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