Flugenten mit gestutzten Flügeln gefunden: Vögel jetzt beim Arzt

Patient mit gestutzten Flügeln: Tierarzthelferin Nina Hoffmann, Sören Düvel und Katharina Tiersch (von links) mit den gefiederten Patienten in der Praxis.
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Patient mit gestutzten Flügeln: Tierarzthelferin Nina Hoffmann, Sören Düvel und Katharina Tiersch (von links) mit den gefiederten Patienten in der Praxis.

Hann. Münden/Reinhardshagen. Am 1. April haben Katharina Tiersch und Sören Düvel in Hann. Münden eine Tierarztpraxis eröffnet. Einige Stunden später hatten sie bereits drei Patienten, die sie nicht nur untersucht, sondern auch mit nach Hause genommen haben - es waren drei Flugenten (Warzenenten).

Die Erpel waren einige Tage zuvor von Ulf-Dieter Paul (52) in Veckerhagen am Waldrand in der Nähe des alten Forsthauses Ziegelhütte an einem Bachlauf gefunden worden, entweder ausgesetzt oder ausgebüchst. Als Fischereiaufseher hatte er die Tiere bei einem Kontrollgang entdeckt. Die Flügel der Enten waren gestutzt, sodass sie nicht mehr fliegen konnten. Er rief bei der Polizei an, dort wurde ihm Hilfe versprochen. Doch einen Tag später erfuhr er von den Polizeibeamten, dass der Versuch, die Enten im Tierheim in Bad Karlshefen unterzubringen, gescheitert sei. Sie wüssten nun auch nicht, wo sie die Enten unterbringen sollen. Gleiches bei der Gemeinde Reinhardshagen, auch dort suchte man nach einer Lösung - ebenfalls ohne Erfolg.

Paul schaute jeden Tag, ob die Erpel noch da sind. „Denn ich hatte Bedenken, dass sie Füchsen zum Opfer fallen“, sagte er. Ein Anruf beim Hann. Mündener Tierschutzverein brachte dann neue Hoffnung für ihn, dort versprach man Hilfe. Nach einem weiteren Tag wurde Paul informiert, dass der Tierschutzverein aus Münden jemanden gefunden hat, der die drei Erpel aufnehmen würde. Das war die Familie Düvel in Hemeln.

Zusammen mit seiner Frau und Tochter fing Ulf-Dieter Paul die Enten ein. „Das war gar nicht so einfach, denn als wir die fangen wollten entwickelten sie unheimliche Energien um zu fliehen“. Doch dem ehemaligen Hobby-Geflügelzüchter ist es dann gelungen die Flugenten sicher in einer Holzkiste unterzubringen und zum Tierarzt zu transportieren. „Wir haben die Enten bei uns ins Gehege gelassen. Und unsere Enten und Gänse haben sich gleich mit den Neuankömmlingen angefreundet“, sagt Sören Düvel. „Die Federn der Drei sind stark gestutzt, nicht sehr fachmännisch, aber ansonsten sind sie gesund und munter“. Dort können sie für immer bleiben oder solange, bis sich der Besitzer meldet (Telefon: 05541/9570095).

„Ich jedenfalls bin sehr erleichtert, dass die Enten so gut untergekommen sind“, sagt Paul. (zpy)

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