Träger ist nun der Göttinger Verein - Stadt, Bauverein und Spendenparlament halfen

Frauenhaus wieder offen

Zufriedene Gesichter bei Helfern und Verantwortlichen: am Samstag wurde die Wiedereröffnung des Frauenhauses bekannt gegeben. Unser Bild entstand vor der Reformierten Kirche. Im Gemeindehaus kann das Mündener Frauenhaus einen Raum für Sprechzeiten und Beratungen nutzen. Foto: Huck

Hann. Münden. Vor einem Jahr musste das Mündener Frauenhaus nach zehn Jahren ehrenamtlichem Engagement schließen. Jetzt gibt es wieder eine Schutzwohnung in Hann. Münden sowie regelmäßige, professionelle Beratungen und Betreuung in der Hand des Vereins Frauenhaus Göttingen.

Das Mündener Frauenhaus wurde bis zum Sommer 2010 mit wechselnden Teilzeitkräften auf ABM-Basis betrieben. Auf dieser finanziellen Grundlage sei die Arbeit der engagierten Ehrenamtlichen, vor allem im Sinne der betreuten Frauen nicht mehr länger möglich gewesen, erklärte der Vorstand den Entschluss das Haus zu schließen. Die Belegzahlen der vergangenen Jahre zeigten aber, dass ein Bedarf für eine Schutzwohnung in Hann. Münden bestehe.

„Es sind keine fremden Frauen, die betroffen sind, die nicht von hier kommen, es kann die Nachbarin sein, die Frau, an der wir vorbeilaufen”, so Pastor Ernst-Ulrich Göttges. Das Mündener Frauenhaus nutzt einen Raum im Gemeindehaus der Reformierten Kirche für Sprechzeiten.

Mehr als 25 Prozent aller Frauen zwischen 16 und 85 Jahren sind in ihrem Leben bereits Opfer häuslicher Gewalt geworden. Jede vierte Frau hat Misshandlungen durch einen Lebenspartner oder ehemaligen Lebenspartner erfahren.

„Als die Schutzwohnung im vergangenen Jahr aufgelöst wurde, reagierten die Mündener mit Entrüstung und außerordentlichem Engagement”, so Stine Heintze, Dipl. Sozialpädagogin und Mitarbeiterin des Frauenhauses Göttingen. Die Mündener Gleichstellungsbeauftragte Karola Schwigon übernahm die Leitung der „Rettungsaktion Frauenhaus”. Die Stadt stellte 11 500 Euro zur Verfügung, der Gemeinnützige Bauverein den Wohnraum und das Spendenparlament sorgte für die Ausstattung der Wohnung.

Die Wiedereröffnung der Frauenhauses wurde am Samstag bei einem Stadtrundgang zu den Stationen der Ausstellung „Gewalt begegnen” öffentlich bekannt gemacht. (zwh)

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