Nachschub für Angelfreunde

100.000 Jungaale in Flüsse gesetzt

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Hann. Münden. Die Fischereigenossenschaft Münden hat 100 000 junge Aale in die Gewässer um Hann. Münden ausgesetzt. Wir waren dabei und erklären, worauf die Fischer achten mussten. 

Auf einem Parkplatz nahe der Schleuse Bonaforth hält ein Lieferwagen mit weißen Tanks auf der Ladefläche. Jan Götting öffnet einen der Tanks. Darin schwimmen tausende kleine Tiere, die wie Würmer aussehen. Es sind jedoch keine Würmer, sondern Aale.

Mehrere Schläuche in den Behältern haben die Fische auf ihrem Weg von Cloppenburg nach Hann. Münden mit Sauerstoff versorgt. „Unseren Aalen geht es gut. Man sieht das, da sie ganz unten im Becken schwimmen“, erklärt Götting. Den Transport durch Deutschland verkrafteten sie in der Regel ohne Probleme: „Die Sauerstoffversorgung ist abgesichert. Da kann nichts passieren“, betont Götting. Mit einem Kescher füllt er die Aale in einen Eimer, wiegt sie. Die Waage zeigt 500 Gramm. Das sind 100 kleine Aale, denn jeder von ihnen wiegt um die fünf Gramm.

Ronald Ellermeyer und Ernst-August Hennemann tragen die Eimer zum Ufer der Fulda. Ganz behutsam lassen sie die Fische ins Wasser. Dort sind sie noch einige Zeit zu erkennen, schlängeln sich an Steinen entlang, suchen Verstecke. „Die müssen sich ein bisschen akklimatisieren und an die veränderte Wassertemperatur gewöhnen“, erklärt Ronald Ellermeyer von der Fischereigenossenschaft.

Die Fahrt geht weiter nach Spiekershausen. „Wir setzen heute 500 Kilo vorgestreckte Farm-Aale in Fulda, Werra und Weser. Das sind ungefähr 100 000 Tiere“, erklärt Ronald Schminke, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Münden.

An insgesamt zehn Einlassstellen an den drei Flüssen wurden die Fische ins Wasser gelassen. Die Kosten für den gesamten Aalbesatz betragen 25 500 Euro. 60 Prozent davon fördert der Europäische Meeres- und Fischereifonds (EMFF), sodass die Genossenschaft noch 10 200 Euro aus eigenen Mitteln tragen muss. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz (LAVES) begleitet den Besatz von der Angebotseinholung bis zur Bezahlung mit klaren Vorgaben.

Der jährliche Aalbesatz sei sehr wichtig: „Die Aale laichen nur in der 5000 Kilometer entfernten Sargassosee im Atlantik. Es kommen jedoch nicht genug Aale von selbst zurück“, sagt Ronald Schminke. Gründe dafür seien zum Beispiel Staustufen in den Flüssen.

„Die Förderung ist ein Glücksfall, ohne sie könnten wir den Besatz in dieser Form nicht leisten“, lobt Ronald Schminke die Unterstützung. Schließlich sei der Aal ein gefragter Speisefisch und bei Anglern in der Region beliebt. Nach einiger Zeit könnten ausgewachsene Fische bis zu fünf Kilogramm auf die Waage bringen, erklärt Schminke.

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