Fremden Babys Zeit schenken

Sie koordiniert wellcome im Altkreis Münden: Iris Laskowski ist ausgebildete Sozialpädagogin und arbeitet beim Projekt-Träger, der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Göttingen. Foto: Künemund

Hann. Münden. Ehrenamtliche Helfer des Projekts wellcome unterstützen Eltern von Kleinkindern, indem sie ihnen Zeit schenken.

Für ein junges Paar gibt es kaum etwas schöneres als die Geburt eines gemeinsamen Kindes. Doch damit ist auch viel Arbeit verbunden, vor allem in den ersten Monaten. Genau da setzt das Projekt „wellcome“ der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Göttingen an.

„Heutzutage sind oft beide Partner berufstätig und nicht immer leben sie in unmittelbarer Nähe zu den Großeltern oder anderen Verwandten ihres Sprösslings“, sagt Iris Laskowski, zuständige Koordinatorin für den Altkreis Münden. Vier ehrenamtliche Helfer unterstützen deswegen aktuell Eltern während des ersten Lebensjahres ihres Kindes.

Wie? Eigentlich ziemlich einfach: Sie stellen ihre Zeit zur Verfügung, hüten beispielsweise die Kinder, während die Mutter Zeit für sich hat oder kümmern sich um Geschwister, wenn sie mit ihrem Baby zum Arzt muss. „Das Angebot ist für jeden zugänglich“, erklärt Laskowski.

Die Kosten seien verschwindend gering. „Einmalig zehn Euro Vermittlungsgebühr und dann je nach Einkommenslage zum Beispiel 50 Cent pro Stunde.“ Ein bis zwei Mal pro Woche kann eine Familie das Angebot eines wellcome-Helfers in Anspruch nehmen, jeweils zwei bis drei Stunden lang. „Diese Erholung hilft den Eltern ungemein, darin bestätigt uns die positive Rückmeldung. Eine Mutter kommt zum Beispiel besser mit der Situation klar und kann sich mehr auf ihr Kind freuen, wenn sie weiß, dass sie diese Auszeit durch unsere Helfer ermöglicht bekommt“, erklärt die Sozialpädagogin. Wellcome sei vergleichbar mit einer Art moderner Nachbarschaftshilfe.

Das Projekt läuft bundesweit. Der Träger ist die jeweilige evangelische Familien-Bildungsstätte, hier Göttingen. Unterstützt wird wellcome darüber hinaus vom Landkreis und der Diakonie. Den ehrenamtlichen Helfern stehen Fahrtkostenerstattung und Versicherungsschutz zu. „Wichtig ist, dass sie ihre Zeit aufwenden möchten und Lust auf Familie haben“, sagt Iris Laskowski. Natürlich sei auch ein gewisses Maß an Vertrauenswürdigkeit notwendig. „Schließlich haben sie die Verantwortung für Kinder anderer Leute, da muss auch das Verhältnis zu den Eltern stimmen“, sagt sie. (flk)

Kontakt: werdende und junge Eltern sowie Personen, die an der ehrenamtlichen Mitarbeit interessiert sind, melden sich bei Iris Laskowski, Evangelische Familien-Bildungsstätte Göttingen, Tel. 05 51/4 88 69 83 oder E-Mail: hann.muenden@wellcome-online.de. www.fabi-goe.de

www.wellcome-online.de

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