Fremdenverkehrsbeitrag: Reizthema mobilisiert viele Unternehmer

Hann. Münden. Für zahlreiche Geschäftsleute ist es das Reizthema in Hann.Münden: Die geplante Einführung des Fremdenverkehrsbeitrags.

Am Mittwochabend informierte die Stadt über den Stand der Dinge - und circa 200 Interessierte kamen ins Welfenschloss. Beinahe drei Stunden lang gab es Zahlen, Fragen und Antworten. Der Hörfunkjournalist Jan Fragel moderierte und hatte viel zu tun, denn die Atmosphäre im Publikum war aufgeheizt, mitunter aggressiv. Zurufe „Das ist doch hier eine Reality-Show“ machten ihm die Arbeit nicht einfacher. Der Unmut bei vielen Unternehmern, die den Beitrag ablehnen, war während des Abends zu spüren. Sie sehen in der Abgabe eine zusätzliche Steuer und werfen der Stadt vor, Löcher im Haushalt stopfen zu wollen. Bürgermeister Harald Wegener räumte zunächst Fehler bei der Kommunikation dieser Thematik ein. „Das war nicht professionell“, so der Verwaltungschef.

Dann ging es um Fakten. 1850 Unternehmen seien als potenzielle Beitragszahler angeschrieben worden. 70 Prozent haben darauf geantwortet. Der Rest, so Wegener, müsse für die Kalkulation geschätzt werden. Dass dieses möglich und richterlich entschieden sei, betonte auf dem Podium Heiko Klein, Mitarbeiter der Stadt Bad Bevensen bei Uelzen, die den Fremdenverkehrsbeitrag bereits eingeführt hat. Er erklärte mit dem Kämmerer der Stadt Hann.Münden, Wolfgang Hodan, das komplizierte Berechnungverfahren. Rechtlich haltbar sei nur der Umsatzmaßstab. Die Höhe der erwarteten Einnahmen hat die Stadt auf 300 000 Euro nach unten korrigiert. Zunächst war man von etwa 450 000 Euro ausgegangen. Das Geld, so Bürgermeister Wegener, fließe ausschließlich in die Tourismusförderung. Das, so Antje Jahn, Geschäftsführerin der Hann.Münden Marketing GmbH, sei auch erforderlich, um Tourismusförderung voranzutreiben. (awe)

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