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Friseure setzen auf Masken; Stefanie Geissler eröffnet neuen Salon in Hann. Münden

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Spenden für das Hospiz Hann. Münden: Stefanie Geissler eröffnet einen neuen Friseursalon und sammelte in der ersten Woche Spenden für die Hospizarbeit.
Spenden für das Hospiz Hann. Münden: Stefanie Geissler eröffnet einen neuen Friseursalon und sammelte in der ersten Woche Spenden für die Hospizarbeit. © Kira Müller

Die noch immer hohen Inzidenzzahlen beschäftigen auch die Friseure im Kreis; die Besuche könnten für Kunden teurer werden. Trotzdem eröffnete Stefanie Geissler einen neuen Salon.

Hann. Münden – Am 2. April sind auch in Niedersachsen viele Corona-Maßnahmen gefallen. Eine Maskenpflicht im Einzelhandel gilt seit Anfang des Monats nicht mehr. Auflagen von Bund oder Land gibt es seitdem auch für Friseure nicht mehr – die meisten halten jedoch trotzdem an Hygienekonzepten und Masken im Alltag fest.

So weist auch ein Schild an der Eingangstür von Bärbels Frisierstube in Gimte weiterhin auf das Tragen einer Maske hin: „Bei uns ist keine Maskenpflicht mehr, allerdings erbeten wir das schon, dass die Masken aufgelassen werden“, erklärt Mitarbeiterin Annette Senger. Auch sie und ihre Kollegen tragen weiterhin FFP2-Masken.

Des Weiteren würden sie auch weiterhin die Hygienemaßnahmen verstärkt einhalten: Abstandsregelungen, Desinfizieren und auch die Umhänge werden weiterhin nach jedem Kunden gewaschen. Trotz der hohen Inzidenzzahlen sind die Auftragsbücher voll, sagt Senger.

„Einige Kunden sind wegen der hohen Corona-Zahlen lange nicht zu uns gekommen, aber irgendwann muss man ja wieder hin“, sagt sie. „Wir haben im Moment gut zu tun.“

Friseur-Besuche könnten teurer werden

Auch im Friseursalon M&MCut in Dransfeld gilt weiter Maskenpflicht. Inhaber Dirk Marczek besteht weiter auf FFP2- oder OP-Masken. Außerdem werden im Salon weiterhin die Haare der Kunden vor dem eigentlichen Schneiden oder Färben, gewaschen.

Erholt habe sich der Salon von den vorangegangen Corona-Jahren nur minimal. „Die Soforthilfe, die wir für den April bis in den Juni bekommen haben, müssen wir vollständig wieder zurückzahlen“, erklärt Marczak.

Friseure mussten schon ab dem 15. März 2020 in den Lockdown und auch im April hätte Marczak in seinem Salon keinerlei Umsatz gemacht. Ab Mai habe er dann wieder geöffnet, um „die Kunden, die seit 2019 schon nicht mehr beim Friseur gewesen waren, wieder aufzuholen“, sagt er. Bis Oktober 2022 muss er nun die insgesamt 9 000 Euro, die er mit seinen fünf Mitarbeitern bekommen hat, zurückzahlen.

Auch für die kommende Zeit hat Marczak Sorge: „Es wird alles teurer“, sagt er. Der Mindestlohn werde in diesem Jahr noch erhöht, Lebensmittel werden teurer. „Bei Perücken ist der Preis um 30 Prozent gestiegen und auch Farben und Produkte sind 10 Prozent teurer geworden“, erklärt er. Kunden müssen sich so vielleicht auf höhere Kosten bei einem Friseurbesuch einstellen.

Frist für Rückzahlungen verlängert

Wie auf der Internetseite der NBank, über die der Bund und das Land Niedersachsen Corona-Sonderprogramme zur Verfügung stellen, zu lesen ist, wurde die Frist für Rückzahlungen von zu viel erhaltenen Corona-Soforthilfen bis zum 31. Oktober verlängert. Zuvor war sie auf den 28. Februar festgelegt. Für Unternehmen galt: bis zu 9 000 Euro Hilfe bei bis zu fünf Beschäftigten; 15 000 Euro (bis zehn Beschäftigte); 20 000 Euro (bis 30 Beschäftigte); 25 000 Euro (bis 49 Beschäftigte). kir 

„Erste Wochen sind voll“ – Stefanie Geissler eröffnet Friseursalon

Einen neuen Friseursalon in Hann. Münden eröffnete Stefanie Geissler kürzlich im Questenbergweg 1. Doch ein unbekanntes Gesicht ist die 40-Jährige in der Haarschneidebranche nicht: Bevor sie sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschied, arbeitete sie bereits sechs Jahre lang bei Top Hair in der Burgstraße und ist somit bekannt unter vielen Mündenern.

„Ich bin vergangenes Jahr 40 Jahre alt geworden und da habe ich mir gedacht, wenn ich mich jetzt nicht selbstständig mache, wann dann“, sagt die Inhaberin und lacht.

Gestartet hat die gelernte Friseurin und staatlich geprüfte Kosmetikerin am Dienstag, 5. April. Eine Eröffnungsfeier gab es jedoch schon am Samstag. „Es war total schön. Besucher konnten reinkommen und die neuen Räume anschauen; auch draußen hatte ich was aufgebaut. Freunde, Familie und auch Stammkunden waren da.“

Zur Eröffnung Spenden für Hospiz

Auch Jutta Nickel vom Awo-Hospiz Hann. Münden war zur Eröffnungsfeier gekommen. Der Grund: Sie wollte sich noch einmal persönlich bedanken, denn Stefanie Geissler hatte zur Eröffnung um Spenden statt Blumen gebeten. „Da ist mein Mann drauf gekommen. Wir wollten etwas unterstützen, das hier in Münden gemacht wird“, erklärt Stefanie Geissler.

„Es ist eine tolle Arbeit, die das Hospiz macht und in gewisser Weise leben die ja von Spenden.“ Eine Woche lang stand die Spendendose auf dem Empfangstresen vom Hair & Soul. Zusätzlich gab Geissler selbst ihr gesamtes Trinkgeld, das in der ersten Woche zusammengekommen ist, mit in die Dose.

Hairstylistin in den ersten Wochen so gut wie ausgebucht

Schon in der ersten Woche war die Hairstylistin so gut wie ausgebucht. „Die Leute lieben die Lage. Der Laden ist voller Tageslicht und direkt vor der Tür sind Parkplätze“, erklärt Geissler und freut sich. „Die ersten zwei Wochen sind rappelvoll.“ Den Betrieb stemmt sie alleine, denn sie hat keine Mitarbeiterinnen.

„Ich will mit dem Laden aber auch nicht reich werden, ich will meinen Unterhalt verdienen“, sagt sie. „Wenn mein Mann mich da nicht so toll unterstützt hatte und immer hinter mir stehen würde, hätte ich den Schritt womöglich nicht gemacht. Der unterstützt mich voll und hilft, wo er kann.“

„Ich habe keine Vorgaben mehr; das wurde alles gelockert.“

Im Oktober 2021 entschied sie sich für die Selbstständigkeit. Ein halbes Jahr später eröffnet der geräumige Laden jetzt seine Türen. „Der Laden ist modern und extra von einem Saloneinrichter geplant und eingerichtet worden. Das habe ich mir gegönnt. Außerdem wollte ich mir nicht alles zustellen.“ Deswegen habe sie auch nur eine Shampoo- und Conditioner-Marke, die sie verkauft.

„Für mich funktionieren die Sachen sehr gut und mir war es wichtig, dass sie nachhaltig sind. Die Flaschen sind aus recyceltem Plastik, tierversuchsfrei, parabenfrei und vegan.“

Selbstständigkeit während Corona? – da macht sich Geissler keine Sorgen: „Dazu habe ich mir eigentlich gar keine Gedanken gemacht. Ich habe keine Vorgaben mehr; das wurde alles gelockert.“ Die Maske werde sie aber weiterhin tragen und auch ihre Kunden bitten, diese aufzubehalten.

„Solange die Inzidenzen so hoch sind, lasse ich die Maske auf.“ Bisher habe es auch noch keine Diskussionen mit Kunden gegeben, sagt sie dankbar. Seit 22 Jahren arbeitet Stefanie Geissler als Friseurin. Zuerst einige Jahre in Göttingen, dann in Hann. Münden.

Sondergenehmigung für Selbstständigkeit

Dafür, dass sie sich selbstständig machen durfte, brauchte sie jedoch eine Sondergenehmigung. Es gilt eine Pflicht, dass Personen, die selbst einen Laden eröffnen möchten, einen Meister benötigen, erklärt sie. „Ich habe keinen Meister, aber weil ich schon über 20 Gesellenjahre habe, gab es eine Ausnahme.“

Am liebsten beschäftigt sich die Friseurin mit Farbe und Strähnchen: „Das ist meins, das mache ich gerne.“ Und eins ist ihr besonders wichtig: Nette Kunden, die zufrieden raus gehen. „Wenn etwas ist, oder jemand nicht zufrieden ist, kann er oder sie immer mit mir reden“, sagt sie.

Öffnungszeiten und Kontakt

Hair & Soul, Questenbergweg 1, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr; samstags 9 bis 13 Uhr, Telefon: 0 55 41/9 99 27 75

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