Betreiberin Ursula Knittel

Friseursalon im Altenwohnheim: Ein Besuch für die Seele

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Fühlt sich gut an: Das Ehepaar Rudolf und Ursula Knittel kommt regelmäßig in den Friseursalon von Ulrike Sittig (Mitte) im Altenwohnheim St. Matthäus in Hermannshagen.

Hermannshagen. Der Kamm gleitet durch die Haare von Ursula Knittel. Sorgfältig schneidet Friseurin Ulrike Sittig alle Haare, die nicht mehr zur neuen Frisur der 90-Jährigen passen, ab. „Ich sehe nach den Friseurbesuchen immer viel jünger aus", sagt Ursula Knittel.

Das ist eines der Anliegen von Ulrike Sittig. Sie betreibt den Friseursalon im Altenwohnheim St. Matthäus in Hermannshagen, in den ausschließlich Bewohner des Heimes kommen dürfen.

„Ein Besuch in meinem Salon ist für die Bewohner etwas besonderes. Sie können sich verwöhnen lassen. Es ist für sie wie ein Besuch für die Seele“, sagt Sittig. Viele der 95 Bewohner kommen, um zu reden, andere hören einfach nur zu, während Sittig etwas erzählt.

Doch eines haben alle gemeinsam: Sie wollen auch im Alter noch gut aussehen. „ Ich freue mich einfach, wenn meine Haare gemacht sind. Es fühlt sich gut und frisch an“, sagt Ursula Knittel.

Der Salon sei neu renoviert worden, damit sich die Gäste noch wohler fühlen. Es gibt einen neuen Boden und die Wände sind neu gestrichen worden. Sie erstrahlen jetzt in einem sanften Gelbton. „In der Zeit der Renovierung habe ich in einem behelfsmäßigen Bad Haare geschnitten“, sagt Sittig. Sie sei froh gewesen, als sie nach vier Wochen wieder habe umziehen dürfen.

„Wenn alles neu ist, macht es gleich noch viel mehr Spaß zu arbeiten“, sagt sie. Ulrike Sittig achtet darauf, dass sich die Besucher in ihrem Salon wohlfühlen. „Ich dekoriere die Fensterbank nach Jahreszeiten“, sagt die Friseurin. Den Bewohnern falle das auch auf.

Aber sie haben auch andere Gründe, gerne in den Laden zu kommen. „Ich bin besonders wegen der netten Bedienung hier“, sagt Rudolf Knittel. Er und seine Frau Ursula Knittel sind seit Juni im Altenwohnheim St. Matthäus.

„Wenn wir im Salon sind, sehen wir mal etwas anderes“, sagt Ursula Knittig. Sie kommt etwa alle drei Wochen, ihr Mann alle fünf. „Meine Haare wachsen nicht mehr so schnell“, sagt er und lacht.

„Es ist sehr unterschiedlich, wann ich Kunden habe. Mal kommen zehn am Tag, mal sind es nur zwei“, sagt Ulrike Sittig. Das sei auch davon abhängig, ob sie Dauerwelle legen müsse oder nicht. „Meistens haben die Kunden kurze Haare. Wasserwellen lege ich noch oft, aber die klassische Dauerwelle nur noch selten“, sagt Sittig, die in diesem Jahr den Salon im Altenheim zehn Jahre betreibt.

Als Friseurin arbeitet sie bereits seit 37 Jahren. Den Friseursalon im Altenheim führt sie selbstständig. „Anfangs war es schon eine Umstellung, alleine zu arbeiten, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt“, sagt sie.

Dabei geholfen haben ihr auch die Bewohner, die sich immer freuen, wenn sie in den Salon von Ulrike Sittig kommen dürfen.

Von Leona Nieswandt

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