Gefahrenpunkt auf der A38 zur A7: Unfallkurve entschärfen

Schilder allein reichen offenbar nicht: Immer wieder kommt es in der „Hundskurve“ von der A 38 zur A 7 zu Unfällen, weil Auto- und Lastkraftwagenfahrer zu schnell unterwegs sind. Foto: Schröter

Landkreis Göttingen. Ursprünglich war im Haushalt des Landkreises Göttingen für 2013 eine Investitionssumme von 125.000 Euro für die Anschaffung der stationären Geschwindigkeitsmessanlage in der sogenannten Hundskurve eingestellt worden, der Auffahrt von der A 38 auf die A7 nach Süden.

Die Maßnahme konnte wegen verschiedener Unwägbarkeiten wie einer fehlenden Stromversorgung, der nötigen Einzäunung eines aufzubauenden Solarfeldes sowie Umrüstung der Schutzplanken nicht umgesetzt werden. Hieraus ergab sich dann bereits 2014 für das geplante Projekt auch ein finanzieller Mehrbedarf von rund 45.000 Euro, sodass die Mittel im Haushalt 2014 bereits auf 170.000 Euro aufgestockt wurden.

Nachdem sich Ende September vergangenen Jahres in der Kurve bereits 50 Unfälle ereignet hatten, richtete die Verkehrsbehörde dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h bei Nässe ein. Ansonsten galt weit das bisherige Limit von Tempo 60. Nach einer weiteren Kollision eines Fahrzeugs mit der Betonschutzwand wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit im März dieses Jahres auf 30 Stundenkilometer begrenzt. Zwischenzeitlich wurde nun auf einer Länge von 500 Metern ein besonders griffiger Belag aufgebracht. Ob die Geschwindigkeitsbegrenzung bei Trockenheit wieder auf 60 Stundenkilometer erhöht werden kann, soll nun ein verkehrspsychologisches Gutachten erbringen.

Derzeit steht die Kreisverwaltung vor einem gewaltigen Problem: Eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage so einzurichten, dass sie aufgrund der Witterung auf zwei unterschiedliche zulässige Höchstgeschwindigkeiten reagiert, ist technisch kaum möglich. Dennoch wurde weiter geplant. Das Ergebnis: „Unter Einbeziehung von Unwägbarkeiten ergeben sich für die Blitzanlage nunmehr geschätzte Kosten in Höhe von 244.000 Euro“, heißt es in der Verwaltungsvorlage, mit der sich am Donnerstag der Finanzausschuss des Landkreises befasste. Das entspricht einer zusätzlichen überplanmäßigen Auszahlung von 74.000 Euro.

Ziel: Mehr Sicherheit 

„Sollte eine Überwachung an dieser Stelle nach der endgültigen Beschilderung nicht möglich sein, können wir die Anlage auch woanders aufstellen“, sagte Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne). Ziel des Landkreises sei es jedoch nach wie vor, die Verkehrssicherheit in der Hundskurve zu erhöhen. Auf die Frage von Gerhard Winter (CDU), ob dies eine Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit oder zur Verbesserung der Kreisfinanzen sei, erwiderte Wemheuer: „Sowohl als auch.“ Dem Beschlussvorschlag zur überplanmäßigen Auszahlung stimmte der Ausschuss einhellig bei einer Enthaltung zu. 

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