Gemeinde Bühren steigt bei EAM ein

Dr. JörgRösing

Bühren. Der Gemeinderat beschloss das am Donnerstagabend nach kontroverser Diskussion mit knapper Mehrheit.

Voraussetzung für den Erwerb eines Gesellschafteranteils ist allerdings, dass die vier übrigen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Dransfeld sich ebenfalls für einen EAM-Einstieg entscheiden.

Bevor sich der Rat, dessen Mitglieder allesamt der Gemeinsamen Liste Bühren (GLB) angehören, mit vier Ja- und drei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung für den von Dr. Jörg Rösing eingebrachten Beschlussvorschlag entschieden, hatte es langwieriger Disussionen bedurft. „Das bringt Bühren nicht viel, weil unser Anteil zu klein ist, um entscheidendes Mitspracherecht und damit Einfluss zu haben“, meinte beispielsweise Lothar Krekeler.

Der Plan sieht vor, dass die Beteiligung Bührens, der Samtgemeinde Dransfeld und weiterer Gemeinden über drei Sammel- und Vorschalt GmbHs erfolgt, die wiederum Teilhaber der EAM GmbH & Co. KG sind. Bühren selbst wird nach dem Ratsbeschluss einen Gesellschafteranteil von 0,308 Prozent am Stammkapital der EAM Sammel- und Vorschaltgesellschaft Nord erwerben. Der Kaufpreis beträgt 77 Euro. Zugleich übernimmt die Gemeinde aber auch zwei Ausfallbürgschaften in Höhe von 200.000 Euro und 24.000 Euro. Damit sichert sie (wie die anderen teilnehmenden Kommunen auch) die Finanzierung des neuen kommunalen Unternehmens ab.

„Für mich sind die Vorteile in wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht nicht greifbar“, hatte Jurist Dr. Jörg Rösing zu Beginn der Diskussion eingeworfen. Ein Risiko, sei es von Experten auch als noch so klein bewertet, sei dagegen vorhanden. „Und wenn wir tatsächlich mit 224.000 Euro zur Kasse gebeten werden sollten, dann würde das die finanziellen Möglichkeiten unserer Gemeinde bei weitem überschreiten.“

Kein gutes Gefühl hatten auch Helga Reuter, Enno Fischer und Hartmut Bührmann, für die das Risiko zu groß war. „Geld kann man nur dann spekulativ einsetzen, wenn ich es über habe“, sagte Reuter. Ex-Bürgermeisterin Ute Surup hielt dagegen, dass es für eine kleine Gemeinde ein Vorteil wäre, als Gesellschafter ein Mitspracherecht zu haben und informationstechnisch immer auf dem neuesten Stand gehalten zu werden. Das Risiko für die Gemeinde nannte sie „minimal“.

Als es zur Abstimmung ging, ergriff Jörg Rösing noch einmal das Wort. „Wenn wir das machen, dann sollte das nur zusammen mit allen anderen Mitgliedsgemeinden passieren.“ Ein Vorschlag, dem sich Bürgermeister Bernd Schucht, Ute Surup und Dr. Hendrik Rumpf anschlossen. Enno Fischer, Lothar Krekeler und Helga Reuter stimmten dagegen, Hartmut Bührmann enthielt sich. Jetzt gilt es in Bühren also abzuwarten, wie sich die Räte der übrigen Mitgliedsgemeinden entschieden. (per)

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