Im magischen Dreieck

Georg Hoffmann geht Bührens Anziehungskraft auf die Spur

Bührens Ortsheimatpfleger Georg Hoffmann steht vor der Kirche am Gedenkstein zur 1025-Jahrfeier des Dorfes. Im Hintergrund ist der Kulturpfad ausgeschildert. Bei beiden Projekten war er maßgeblich beteiligt.
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Ortsheimatpfleger Georg Hoffmann hat die Geschichte und Geschichten von Bühren im Blick. Hier steht er am Gedenkstein zur 1025-Jahrfeier. Im Hintergrund ist der Kulturpfad ausgeschildert. Bei beiden Projekten war er maßgeblich beteiligt.

„Es gibt Dörfer, da fährst du durch und guckst nicht nach links oder rechts. Und es gibt Dörfer, da sagst du: Hier ist es schön“. Für den Bührener Ortsheimatpfleger Georg Hoffmann ist klar, sein Dorf gehört zu jenen, die eine besondere Atmosphäre haben. Auf der Suche nach dem Grund hinter diesem Gefühl „Bühren“ ist sein drittes Buch entstanden: „Das Magische Dreieck von Bühren“.

Das Magische Dreieck bezeichnet drei germanische Kultstätten: den Uhlen Stein bei Hemeln, den Roten Stein bei Volkmarshausen und den Hohen Stein bei Bühren. Die drei Stätten bilden verbunden auf einer Karte ein fast gleichseitiges Dreieck, in dem viele Kraftorte und das Dorf Bühren liegen, erzählt Hoffmann.

Ein solcher Ort ist beispielsweise die Schedequelle. In seinem Buch schreibt der Ortsheimatpfleger, dass Quellen von Menschen seit Jahrtausenden als mystische Orte wahrgenommen wurden, verbunden mit Fruchtbarkeit und neuem Leben. Heute sei dort ein seltener Speisepilz zu finden. Weitere Kraftorte sind unter anderem die Kreuzsteine, der Tie und der Hutewald.

Das Buch basiere auf volkskundlichen Überlieferungen, sagt Hoffmann. „Aber ein bisschen Wahrheit steckt da wohl schon drin“, sagt der Autor und verweist auf viele Gespräche, die er mit Bührenern geführt habe. Zugezogene hätten sich bewusst für Bühren entschieden, weil es ein besonderes Dorf sei, junge Leute blieben, weil sie sich wohlfühlten – so Hoffmanns Resultat. „Auch wenn wir die Energien an den Orten nicht bewusst wahrnehmen, sind sie da.“

Der 70-Jährige ist seit 2004 Ortsheimatpfleger des 500-Einwohner-Dorfes. Seine Leidenschaft für Geschichte und Natur entdeckte er durch Bücher seines ehemaligen Nachbarn und Bodendenkmalpflegers Fritz Bertram Jünemann. „Ich habe mir mehr Hefte besorgt, alles was ich kriegte“, erinnert sich der gebürtige Schedener. Mit trockenen Zahlen habe er nichts anfangen können, er interessierte sich für „Geschichte zum Anfassen“.

So stieß Hoffmann auf das Geburtsdatum von Bühren – das habe die Historikerin Gudrun Pischke recherchiert – und regte zur 1025-Jahrfeier in 2002 an. 2004 wurde seine Idee eines Kulturpfads umgesetzt, der die wichtigsten Orte um das Dorf beschreibt. „Wenn man weiß, was vor der eigenen Haustür liegt, dann achtet, hegt und pflegt man sie auch besser“, erklärt Hoffmann die Idee. Bei der Einweihung wurde er in sein heutiges Amt berufen.

„Die Bezeichnung hat mir Türen geöffnet“, erinnert er sich zurück. Denn wenn er mit der Recherche zu einem Thema beginne, könne er nicht mehr aufhören. „Mich interessiert der Hintergrund hinter dem Hintergrund.“ Aufgabe eines Ortsheimatpflegers sei es, das Tagebuch des Dorfes zu führen. Ob Ratssitzungen, Bauarbeiten, Feste oder besondere Vorkommnisse, Georg Hoffmann hält das Leben in Bühren für die Nachwelt fest.

Auf der Homepage der Gemeinde bereitet er zusätzlich historische und kulturelle Themen auf. Im Laufe der Jahre sind auch ein Dokumentarfilm über das Dorfleben der 80er-Jahre, ein Bildband und ein Buch über den Bramwald entstanden. Für Besucher des Dorfes druckt er Flyer, die an der Kirche und dem Pfad ausliegen.

„Was ich sammel, ist Eigentum der Gemeinschaft“, sagt Georg Hoffmann. Er verstehe seine Aufgabe als Weitergeben der Flamme.

Weitere Informationen: Aktuelle Projekte sind auf der Facebook-Seite Heimatpflege Bühren zu finden. Das Buch „Das Magische Dreieck von Bühren“ ist auf buehren.de einsehbar. Wer Interesse an einem Buch hat, meldet sich bei Georg Hoffmann unter Tel. 05502/2342 oder per E-Mail an heimatpflege@buehren.de

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