Gerhard Karlsson starb mit 102 Jahren

Hann. Münden. Er erlebte noch das Kaiserreich, die Weimarer Republik, die Nazi-Diktatur, die Gründung der Bundesrepulik, die Wiedervereinigung, war fast 30 Jahre Chef der Firma Haendler & Natermann: Nun ist Gerhard Karlsson im 103. Lebensjahr am 6. Januar gestorben.

Karlsson gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Lions Clubs Hann. Münden, wo er verschiedene Vorstandsfunktionen ausübte, berichtet Lions-Sprecher Hartmut Rohr: „Alle, die ihn kannten, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

Er war in Arbeitgeberverbänden der Metallindustrie tätig, vier Jahre lang Mitglied des Rates der Stadt Hann. Münden und über viele Jahre bis 1975 ehrenamtlicher Handelsrichter beim Landgericht Göttingen.

Am 26. Juli 1909 in Harburg an der Elbe als Sohn eines Kaufmanns geboren, hatte ihn sein Weg nach Frankfurt am Main geführt. Einem Direktor der damaligen IG Farben fiel der junge Abiturient positiv auf, und so begann Karlsson dort eine kaufmännische Lehre. Mit 27 Jahren wurde er Handlungsbevollmächtigter der Gerbstoffverkaufsabteilung der IG Farben. 1945 heiratete er seine Frau Irmtraut, die 1996 starb. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, von denen eine noch lebt. Gerhard Karlsson war Groß- und Urgroßvater. Durch den Tipp eines Freundes kam Karlsson im November 1946 nach Hann. Münden und wurde Vorstandsvorsitzender der Firma Haendler & Natermann. Es war für ihn eine schwierige Aufgabe, die Folgen des Krieges zu überwinden. Doch er schaffte es: Waren es Ende 1946 nur noch 85 Mitarbeiter gewesen, so stieg die Zahl der Beschäftigten bis zu Karlssons altersbedingtem Ausscheiden 1975 auf 660. (red/tns)

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