Der Stadtrundgang als Vortrag beim Kaffee hatte erfolgreiche Premiere

Von Frauen, die Mündener Geschichte schrieben

+
Die Stadtführerinnen Marie Anne Langefeld und Martina Pakusch luden zum Stadtrundgang im Geiste bei Kaffee und Kuchen ein.  

Hann. Münden – Zu einem Stadtrundgang der besonderen Art hatten die Stadtführerinnen Martina Pakusch und Marie Anne Langefeld  kürzlich  eingeladen. In der Ratsstube des historischen Rathauses ließen sich dabei 25 Teilnehmer Kaffee und Kuchen schmecken und gingen im Geiste durch Münden.

Martina Pakusch und Marie Anne Langefeld hatten zur „Geschichte zur Kaffeestunde“ eingeladen und erzählten anschaulich über „Mündener Frauen im Zeitenwandel vom 16. bis ins 21. Jahrhundert“.

Der Rundgang fing an bei Herzogin Elisabeth, deren Geschichte die beiden Stadtführerinnen noch in der Rathaushalle vor den passenden Wandgemälden erzählten, von ihrer Regentschaft im 16. Jahrhundert, ihrem Wirken in der Reformation und den vielen Wegen, die sie als Frau und Vorreiterin den Frauen ebnete. Martina Pakusch und Marie Anne Langefeld erzählten vom Wandel der Frauenrechte und hatten überraschende Zahlen für ihre Gäste herausgefunden: So musste bis 1977 in Deutschland laut Gesetz der Mann noch offiziell seine Zustimmung geben, wenn seine Ehefrau einer Arbeit nachgehen wollte.

Auch im Bereich der Politik gab es Überraschungen: Im Jahr 2018 feierte man in Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht. Im Schweizer Kanton Appenzell hingegen, haben Frauen erst seit 1990 eine Stimme und dürfen an den Wahlen teilnehmen.

Auch von den Suffragetten, den Vorkämpferinnen des Frauenwahlrechts, sprachen Martina Pakusch und Marie Anne Langefeld, die sich symbolisch einen Schal in den Farben Grün, Violett, Weiß, den Erkennungsfarben der Suffragetten, umgelegt hatten: Grün für Hoffnung, Violett für Würde und Weiß für Ehrenhaftigkeit. Dann nahmen die beiden ihre Gäste mit in die Ratsstube, die bis 1919 ebenfalls nur den Männern vorbehalten war. Dort warteten Kaffee und Kuchen und spannende Geschichten von starken Mündener Frauen auf die Besucher. Da war die Rede von Ilsabe Hüpeden, Kaufmannsfrau im 17. Jahrhundert, von Anna Katharina Böttcher, deren Stiftung noch heute wirkt, und Sophie Werzeiko, Mündens erste und bislang einzige Ehrenbürgerin. „Mit Herz und Verstand haben diese Frauen ihr Leben und letztlich auch ihre Stadt verändert“, so Martina Pakusch. Auf einem Stadtplan der Mündener Altstadt, zeigten die Stadtführerinnen, wo die Frauen gewohnt und gewirkt haben, beschrieben die Häuser und Straßen anschaulich und schafften es so, mit etwas Vorstellungskraft, ihre Gäste auf einen gedanklichen Rundgang von der warmen und trockenen Ratsstube aus mitzunehmen.

Gleich die erste Stadtführung dieser Art am Sonntag war ausverkauft und kam bei den Besuchern ausgesprochen gut an. Darum sollen es auch sicher nicht die letzten Geschichten zur Kaffeestunde gewesen sein. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.