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Gestiegene Preise für Schulranzen: Finanzielle Unterstützung für wirtschaftlich schwache Familien möglich

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Von: Hannah Köllen

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Schulranzen sind teurer geworden: Auf unserem Foto zeigt Nadine Fischer vom Geschäft Herzel in Hann. Münden zwei verschiedene Modelle.
Schulranzen sind teurer geworden: Auf unserem Foto zeigt Nadine Fischer vom Geschäft Herzel in Hann. Münden zwei verschiedene Modelle. © Hannah Köllen

Zu Beginn des neuen Schuljahres in wenigen Wochen werden viele Kinder einen Schulranzen und andere Schulmaterialien benötigen. Die steigenden Preise machen auch vor Schulbedarf nicht Halt.

Landkreis Göttingen – „Die Preise sind nach oben gegangen. Pro Ranzen zahlt man jetzt im Schnitt 20 Euro mehr als noch im Vorjahr“, sagt Nadine Fischer, die zusammen mit ihrem Mann das Fachgeschäft für Büro-, Zeichen- und Schuldbedarf Herzel in Hann. Münden führt.

Ein Schulranzen kostet in dem Fachhandel zwischen 200 und 280 Euro. „Es gibt auch günstigere Ranzen. Wir wollen aber Qualität verkaufen. Die preiswerten Produkte sind oftmals schon nach kurzer Zeit kaputt“, sagt Fischer. Schulranzen für Erstklässler würden zumeist bereits Anfang des Jahres verkauft. Anders sieht es bei Schulranzen zum Übergang auf die weiterführende Schule aus: Diese würden meistens erst in den Sommerferien verkauft. „Je später die Leute kommen, desto kleiner ist die Angebotsauswahl“, sagt Fischer.

Ranzen sind rückenfreundlicher

Das Ranzen-Sortiment habe sich in den vergangenen Jahren verändert. „Die Schulranzen sind rückenfreundlicher geworden“, sagt Fischer. Einige Ranzen verfügen über einen Beckengurt, der bis zu 40 Prozent des Gewichts trägt. Außerdem seien einige höhenverstellbar, „sie wachsen also mit dem Kind mit“.

„Schulranzen kosten bei uns zwischen 210 und 300 Euro“, sagt Norman Hoffmann vom Schreibwarenladen Grischke in Dransfeld. Das seien im Schnitt 10 Euro pro Ranzen mehr im Vorjahresvergleich. Pro Jahr würden mehrere tausend Ranzen in dem Geschäft verkauft, die meisten Verkäufe fänden in der ersten Jahreshälfte statt.

Finanzielle Unterstützung möglich

Kinder aus finanziell schwachen Familien haben Anspruch auf eine finanzielle Unterstützung, die so genannte Schulbedarfspauschale. Sie ist Bestandteil der Leistungen für Bildung und Teilhabe (BuT), die an den Bezug von Sozialleistungen gekoppelt sind, berichtet Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises Göttingen.

„Intention der Schulbedarfspauschale ist es, die schulische Bildung von Kindern und Jugendlichen aus armutsbetroffenen Familien zu unterstützen“, sagt Lottmann. Die Höhe der Schulbedarfspauschale sei gesetzlich geregelt, aktuell liege sie bei 156 Euro pro Jahr. In diesem Jahr wurden im Landkreis Göttingen bisher 7834 Schulbedarfspauschalen ausgezahlt. Zum selben Zeitpunkt waren es im vergangenen Jahr 7632.

Pauschale nur für Sozialleistungs-Empfänger

Ob Anspruch auf die Schulbedarfspauschale besteht, wird im Vorfeld geprüft. Der Bezug von Sozialleistungen ist die erste Voraussetzung, um die Pauschale zu erhalten. Außerdem muss der Schulbesuch für die erstmalige Gewährung der Schulbedarfspauschale grundsätzlich nachgewiesen werden. Das gelte insbesondere für Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 10, beziehungsweise ab Vollendung des 15. Lebensjahres, sagt Pressesprecher Ulrich Lottmann.  

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