Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen: Gewalt kommt nicht in die Tüte

Informationen per Brötchentüte: Die Gleichstellungsbeauftragten (von links) der Samtgemeinde Dransfeld, Bettina Aue, der Stadt Hann. Münden, Julia Bytom, und der Gemeinde Rosdorf, Magdalene Zynda-Elst, wollen mit der Aktion all jene erreichen, die nicht zu Info-Veranstaltungen kommen. Foto: Sangerhausen

Dransfeld/Hann. Münden/Rosdorf. Die Gleichbestellungsbeauftragten von Dransfeld, Hann. Münden und Rosdorf stellen ihre Aktion zum Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen vor.

„Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ Das prangt in großen Buchstaben auf einem leuchtend grünen Aufkleber, den sich am Dienstag, 25. November, so mancher mit seiner Brötchentüte auf den Frühstückstisch holen wird: Die Gleichstellungsbeauftragten aus Dransfeld, Hann. Münden und Rosdorf sowie der Präventionsrat der Samtgemeinde Dransfeld haben diesen Weg gewählt, um am Aktionstag von Terre des Femmes vier wichtige Kontaktadressen zu verbreiten. Unter dem plakativen Aufruf finden sich nämlich die Daten des Frauen-Notrufs, der Kinder- und Jugendberatung Phoenix, des Frauenhauses Göttingen und die bundesweite Hilfstelefonnummer für Frauen.

Bei der Suche nach einer Bäckerei, die bereit ist, die Aufkleber auf ihren Tüten zu platzieren und über ihre Filialen zu verteilen, fanden die Initiatorinnen einen Partner in der Bäckerei Ruch. Mit dieser Brötchentütenaktion wollen Bettina Aue, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Dransfeld, Julia Bytom, Hann. Münden, und Magdalene Zynda-Elst, Rosdorf, all jene erreichen, die nicht zu Info-Veranstaltungen kommen, erläutert Bytom und verweist auf die bundesweite Hilfe-Nummer. Es bedeute auch immer eine Hürde, zu einer Beratungsstelle zu gehen, ergänzt Zynda-Elst.

Jede vierte Frau habe in ihrem Leben bereits eine Gewalterfahrung gemacht, zitiert Aue aus einer deutschlandweiten Statistik. Laut der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes sind es weltweit sogar 35 Prozent. Das Thema ist aktuell wie eh und je: Die Seminare eines Julien Blanc, der Männern rät, sich Frauen mit Gewalt zu nehmen, seien ja offenbar gefragt, sagt Aue. Die Aktion richte sich gegen jede Form von Gewalt, egal ob psychisch oder physisch. „Frei leben ohne Gewalt“ steht auf den blauen Flaggen von Terre des Femmes, die seit 2001 immer am 25. November weltweit gehisst werden - auch an den Rathäusern von Hann. Münden, Dransfeld und Rosdorf. Der Gedenktag gehe zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik. Sie hatten Widerstand gegen den Diktator Trujillo geleistet und wurden nach monatelanger Folter vom Geheimdienst getötet, informiert Terre des Femmes.

Werbung im Visier 

Der Blick richtet sich dieses Jahr auf Werbung, in der Frauen oder Mädchen abwertend oder als allzeit verfügbare Sexobjekte dargestellt werden oder in der Gewalt gegen Frauen oder Mädchen verharmlost wird (www.frauenrechte.de). Die Organisation verleiht dieses Jahr den „Zornigen Kaktus“ für besonders sexistische Werbung.

In ihrem Alltag haben es die Gleichstellungsbeauftragten oft mit häuslicher Gewalt zu tun, berichtet Bettina Aue.

Die Nachfrage nach Beratung in Hann. Münden sei gestiegen, berichtet Julia Bytom. Sie ist, wie ihre Kolleginnen in Dransfeld und Rosdorf auch, für Hilfe suchende Frauen oft die erste Ansprechpartnerin und vermittelt dann nötigenfalls die weiteren Kontakte. (tns)

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