Gewerkschaft Bau fordert Ausbildungsumlage

Landkreis Göttingen. Viele Bewerber gehen leer aus: Im Landkreis Göttingen sind noch immer rund 520 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Darauf weist die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hin und beruft sich dabei auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur.

„Viele Schulabgänger im Kreis Göttingen haben enorme Probleme, eine Lehrstelle zu finden. Dabei hat jeder eine Chance verdient, nach der Schule mit einer Berufsausbildung ins eigene Leben zu starten“, sagt Friedrich Falk. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau Niedersachsen-Süd fordert darum von den Betrieben im Kreis Göttingen größere Anstrengungen in der Ausbildung.

Denn die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe habe abgenommen, so die Gewerkschaft. Zu Beginn des laufenden Ausbildungsjahres gab es im Landkreis Göttingen den Angaben zufolge 1431 Ausbildungs-Betriebe. Ihre Zahl ist damit innerhalb von zehn Jahren um rund acht Prozent gesunken. Und das, obwohl die Zahl der Beschäftigten in dieser Zeit gestiegen ist.

„Es kann nicht sein, dass sich bei der Ausbildung immer mehr Betriebe aus der Verantwortung stehlen“, sagt Falk. Man müsse jetzt die Weichen gegen den Fachkräftemangel stellen.

Als wirksames Mittel schlägt die IG Bau eine verpflichtende Ausbildungsabgabe vor. „Alle Betriebe sollten sich grundsätzlich an den Kosten der Ausbildung beteiligen. Sie bezahlen einen festen Beitrag in einen Fonds. Unternehmen, die selbst ausbilden, bekommen daraus einen Teil ihrer Ausbildungskosten erstattet“, so Falk. In der Bauwirtschaft gebe es diesen „Lehr-Euro“ für Chefs schon längst. Das Modell habe sich seit Jahren bewährt. „Arbeitgeber und Beschäftigte profitieren gleichermaßen. Die Zahl der Azubis ist stabil. Die Unternehmen sorgen für den eigenen Nachwuchs - und die Schulabgänger haben klare Perspektiven“, so Falk. (red/awe)

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