Pro und Contra: Wahlkreis-Abgeordente zu Regressdrohungen gegen Ärzte

Landkreis Göttingen. Die Regressdrohung gegen 273 niedergelassenene Ärzten in Südniedersachsen wegen zuviel verordneter Medikamente und Heilmittel sorgt weiter für Diskussionen.

Lesen Sie auch:

- Zuviel verordnet - Ärzten droht Regress

Die Kassenärztliche Vereinigung in Göttingen hatte die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises angeschrieben und sie gebeten, sich dafür einsetzen, dass der Gesetzgeber das Damoklesschwert der Strafzahlung abschafft.

In den Antworten der Abgeordneten Hartwig Fischer (CDU), Dr. Lutz Knopek (FDP), Thomas Oppermann (SPD) und Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) kommen Verständnis für die Position der Ärzteschaft, aber auch Kritik zum Ausdruck.

„Hausärzte stärken“

Knopek meint, wenn eine Therapie notwendig sei, dürfe sie den Patienten nicht vorenthalten werden. Oppermann sagt, Ziel müsse sein, Hausärzte zu stärken und nicht zu schwächen.

Fischer ist gegen eine Aufhebung des Regressverfahrens, da dies dem Gesetzeszweck zuwiderlaufe, die Krankenkassen zu entlasten. Trittin verweist ebenso wie Fischer darauf, dass in der Praxxis Ärzte nur höchst selten tatsächlich in Regress genommen werden.

Ausgaben für Heilmittel

Einer der Ärzte, die von Regress bedroht sind, ist der Allgemeinmediziner Dr. Achim Echtermeyer aus Scheden. Für die Heilmittel (Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie) hätten Allgemeinärzte für Mitglieder und Familienversicherte (einschließlich Kinder) 7,39 Euro pro Quartal zur Verfügung, für Rentner 18,95 Euro. Er und sein Kollege hätten etwa ein Drittel zuviel verordnet.

Angesichts der „mickerigen Zahlen“ könne sich jeder ausrechnen, wieviel das sei. Die Kinderärzte hätten für Heilmittel 14,48 Euro zur Verfügung. Das sei bei den Aufgaben, die Kinderärzte in der Region zu erfüllen haben, ein Witz. (kri)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.