Glücklich, wenn die Trucker kommen

Betrieb ist immer: Der Autohof 24 bei Lutterberg ist rund um die Uhr geöffnet und dauernd rollen Lkw auf das Gelände. Foto: Maaß

Lutterberg. Der Autohof Lutterberg läuft gut. Die Pächter, Dirk und Corinna Köhler, sind mit den Umsatzzahlen zufrieden. Beruflich können sie sich nichts Schöneres vorstellen.

Die Pächter: Dirk und Corinna Köhler führen den Autohof gemeinsam. Foto: Maaß

Wenn es langsam Nacht wird an der A 7, kommen die Trucker. Sattelzug für Sattelzug rollt dann auf den Autohof bei Lutterberg. „Zwischen 19 und 20 Uhr sind die Plätze meist bereits belegt“, sagt Dirk Köhler (51), der zusammen mit seiner Frau Corinna (49) die Rastanlage von der 24-Autobahn-Raststätten GmbH in Regensburg gepachtet hat.

Durchschnittlich 75 Lkw finden dort nachts Platz, sagt Alexander Ruscheinsky, Hauptgesellschafter des Unternehmens. Wer auf dem Gelände nichts mehr findet, versucht sein Glück auf den öffentlichen Plätzen an den Straßen im Staufenberger Gewerbegebiet. Und auch über Tag herrscht reger Betrieb. „Es vergehen keine zehn Minuten, ohne dass ein Lkw herauffährt“, sagt Dirk Köhler.

Zahlen nennt er nicht, aber er ist mit dem Umsatz zufrieden. Und das liege auch an dem gastronomischen Angebot. Eine Sandwich- und eine Burger-Theke gibt es für den schnellen Hunger, im Restaurant warten dann die großen Truckerportionen. Aber auch viele Staufenberger kommen zum Autohof, um zu essen.

Lkw-Fahrer, die über Nacht stehen wollen, müssen dafür zehn Euro zahlen. Zugleich bekommen sie über diese Summe aber auch einen Verzehrgutschein, den sie in Lutterberg oder an einem anderen 24-Autohof einlösen können.

Corinna und Dirk Köhler sind Raststättenbetreiber aus Leidenschaft. Ganz gezielt haben sie im Internet Ausschau nach einer Anlage gehalten, die sie übernehmen können. Sie lieben dieses „Autobahn-Flair“ und: „Es ist immer etwas los.“ Schließlich stießen sie auf die 24-Autobahn-Raststätten GmbH, die für die Anlage in Lutterberg wieder einen Pächter suchte.

Corinna Köhler hatte zuvor 12 Jahre als Filialleiterin im Einzelhandel gearbeitet, Dirk Köhler über zehn Jahre als Logistiker für ein Modeunternehmen. Für den Autohof zog das kinderlose Ehepaar von Soltau in der Lüneburger Heide nach Hann. Münden und gründete hier eine eigene Firma. Mit der Übernahme der Rastanlage vor rund anderthalb Jahren hätten sie sich ein berufliches Traumziel erfüllt, sagt Corinna Köhler.

Nicht nur geschäftlich sind die Köhlers zufrieden, auch das Arbeitsklima stimme. Das ganze Team sei wie eine große Familie. „Jeder hilft jedem.“ Und das sei auch notwendig, wenn es mal hektisch werde und viele Gäste zugleich bedient werden wollen.

Hochbetrieb herrscht immer in den Abendstunden und wenn es mal wieder auf der Autobahn einen Unfall gegeben hat und sich der Verkehr über Stunden staut. Viele Autofahrer legen dann lieber eine Rast ein und fahren auf den Autohof.

45 Mitarbeiter beschäftigen Corinna und Dirk Köhler, davon etwa zwei Drittel in Vollzeit. Die meisten kommen aus der Region. Nach Ostern wollen sie zwei weitere einstellen.

Es sind aber nicht nur die Arbeitsplätze durch die die Region profitiert. Allein im vergangenen Jahren flossen durch den Autohof und die dortige Spielothek rund 150.000 Euro an Gewerbe- und Vergnügungssteuer an die Gemeinde Staufenberg, teilte Alexander Ruscheinsky mit.

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