Sitzung des Umweltausschusses

Mehr Müll, höhere Gebühr: Landkreis Göttingen will Berechnung umstellen

Mülltonne grüne Biotonne
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Kostet die Müllentsorgung bald mehr? Der Umweltausschuss des Landkreises besprach eine neue Gebührensatzung.

Landkreis Göttingen. Folgt der Kreistag der Empfehlung des Umweltausschusses, bedeutet das eine Gebührenerhöhung zum Jahreswechsel.

Die Erhöhung sei hauptsächlich auf einen höheren Mindestlohn der Beschäftigten zurückzuführen, erklärte Erste Kreisrätin Christel Wemheuer. Auch wurde die Auftragsvergabe neu ausgeschrieben. 

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses ging es um die Gebührensatzung der Abfallwirtschaft Göttingen im Zuge einer künftigen Harmonisierung beider Satzungen aus den Altkreisen Göttingen und Osterode am Harz nach der Fusion 2016.

Der Vertrag zur Sammlung und zum Transport von Haus-, Bio-, und Sperrmüll sowie Altmetall, Altholz, Baum- und Strauchschnitt, Weihnachtsbäumen, Kühlgeräten und kommunalem Altpapier aus dem Landkreis läuft zum Jahresende aus, sodass eine Neuausschreibung erfolgte. Die Preise liegen nun aber höher, als sie es vor etwa sechs Jahren waren, erläuterte Günther Helberg vom Fachbereich Abfall des Landkreises.

Im Zuge der Harmonisierung beider Satzungen aus den Altkreisen Göttingen und Osterode soll zum 1. Januar 2019 die Haushaltsgebühr von 32,80 Euro im Altkreis Göttingen entfallen, das System wird auf eine reine Volumengebühr umgestellt, wie es im Bereich Osterode bereits läuft. Dies soll weitere Anreize schaffen, Abfälle zu vermeiden und zu verwerten, hieß es in der Sitzung. Die Behältergebühr werde beibehalten. Es werde einen Preisanstieg bei der Volumengebühr von 1,25 Euro pro Liter auf 1,83 Euro/L bei einer 14-täglichen Abholung erfolgen, stellte Helberg im Umweltausschuss vor. Eine Gebührenentlastung sei bei kleinerem Abfallvolumen zu erwarten, wer mehr Müll produziere oder größere Behälter bei geringer Haushaltsgröße habe, müsse höhere Gebühren zahlen.

Geplant sei unter anderem ein Anstieg bei den Restabfallsäcken von 4 Euro pro Stück auf künftig 4,20 Euro/Stück, bei den Laubsäcken von 2,50 Euro/Stück auf 2,70 Euro.

Der Umweltausschuss hat den Beschlussvorschlag mehrheitlich angenommen. Eine endgültige Entscheidung fällt am kommenden Mittwoch, 5. September, im Kreistag. Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 15 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses der Stadt Göttingen, Hiroshimaplatz 1-4. 

Und noch eine Änderung war Thema: Die Abfallwirtschaft Göttingen will eine Zusatzleistung im Bereich des Sperrmülls anbieten: Sperrmüll, Altholz, Altmetall und Elektro-Schrott sollen nach Beantragung auch an Wunschterminen abgeholt werden. Mit Blick auf den demografischen Wandel und als Reaktion auf vermehrte Kundenanfragen solle auch ein Antrag möglich gemacht werden, mit dem Gegenstände aus diesen Müllkategorien vom Team der Abfallwirtschaft am Tag der Abholung aus dem Keller oder aus der Wohnung geholt werden. Das Angebot werde aber dahingehend beschränkt, dass die Abholstelle maximal eine Etage nach unten beziehungsweise maximal zwei Etagen nach oben vom Erdgeschoss liegen darf. 

Die Abholstelle, so heißt es in der Sitzungsvorlage, müsse außerdem frei zugänglich sein und der Schrott müsse ohne weitere Zerlegung oder Demontage abtransportiert werden können. Die Sperrmüllmenge soll außerdem auf vier Kubikmeter pro Abholung beschränkt werden, die Zahl der Abholungen werde nicht eingeschränkt. Bau- und Renovierungsabfälle werden, sollte der Kreistag die Satzung beschließen, nicht mehr mitgenommen. Die Kreistagsgruppe Linke/Piraten/Partei hatte mit einem Änderungsantrag versucht, unter anderem die Beschränkung der Sperrmüllmenge aufzuheben und Gebührenerlasse bei Selbstanlieferungen per Pkw aufzunehmen. Der Änderungsantrag wurde mehrheitlich abgelehnt. 

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