Ökumenischer Gottesdienst in der St.-Blasius-Kirche 

Gottesdienst gedachte der Opfer des Holocaust: „Bilder, die es so abscheulich vorher nicht gab“

+
In Stille: Nach dem Gottesdienst wurde ein Kranz an der Stele niedergelegt, und viele Menschen gedachten der jüdischen Opfer, indem sie einen Stein auf der Stele ablegten. 

Hann. Münden -  Einen Gedenkgottesdienst der besonders eindringlichen Art erlebten am Sonntag die knapp 100 Teilnehmer in der Mündener St. Blasius-Kirche.

In einem ökumenischen Gottesdienst in der Mündener St.- Blasius-Kirche gedachten die evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde, die reformierte Gemeinde und die katholische Gemeinde gemeinsam mit dem Arbeiter- und Geschichtsverein sowie dem Verein Erinnerung und Mahnung der Opfer des Holocaust.  

Bewegt: Stefan Schäfer während seiner Ansprache.

Anlass des Gottesdienstes, der von der evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde, der reformierten Gemeinde und der katholischen Gemeinde gemeinsam mit dem Arbeiter- und Geschichtsverein sowie dem Verein Erinnerung und Mahnung ausgerichtet wurde, war der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. Dieser 27. Januar wird seit 1996 in Deutschland als Gedenktag an die Opfer des Holocaust begangen.

Im Mittelpunkt des ökumenischer Gottesdienstes, der durch die Klezmer-Musik von Heike Catalan und Detlef Renneberg musikalisch untermalt wurde, standen vor allem das Erinnern und das Mahnen. „Mit dem 27. Januar verbinden sich Bilder, die es so abscheulich vorher nicht gab“, sagte Pastor Andreas Risse von der evangelisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde.

Es verschlage einem noch immer die Sprache, wenn man die Bilder von damals auf sich wirken lasse.

In seiner Ansprache schilderte Stefan Schäfer als Vertreter der Mündener Geschichtsvereine anschließend die Befreiung des Konzentrationslagers sowie das Elend und das Grauen, das die russischen Soldaten dort vorfanden.

Im gleichen Atemzug erzählte er vom friedlichen Zusammenleben „in Achtung und Toleranz“ von Christen und Juden in Hann. Münden vor der NS-Zeit und wie der Hass auch hier plötzlich die Oberhand gewann. „Ich verstehe immer noch nicht, wie es so weit kommen konnte“, schlug Schäfer die Bresche in die Gegenwart.

„Heute müssen wir unserer Verantwortung gerecht werden, die sich aus dieser Erinnerung speist“, mahnte er, „sich dem Antisemitismus unserer Tage aktiv entgegen zu stellen“.

Nachdem die Akteure in Gedenken an alle Opfer des NS-Regimes diverse Kerzen angezündet und gemeinsam für sie gebetet hatten, legte Bürgermeister Harald Wegener im Anschluss an den Gottesdienst an der Stele vor dem Rathaus noch einen Kranz nieder.

Die übrigen Teilnehmer gedachten dort der jüdischen Opfer, indem sie schweigend einen Stein auf der Stele ablegten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.