ASV Velo Venezia Dransfeld

Graffiti gegen Schmiererei - Göttinger Künstler verschönert Vereinsheim

Ein neues Graffiti schmückt das Vereinsheim des ASV Velo Venezia Dransfeld.
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Ein neues Graffiti schmückt das Vereinsheim des ASV Velo Venezia Dransfeld.

Durch ein beeindruckendes Graffiti ist das Vereinsheim des Ausdauersportvereins (ASV) Velo Venezia Dransfeld zu einem echten Blickfang geworden.

Dransfeld – Etwas mehr als drei Jahre ist es her, dass der Ausdauersportverein (ASV) Velo Venezia Dransfeld das ehemalige Toilettenhaus am Festplatz im Kestenmühlenweg vor dem Abriss rettete, es sanierte und zu seinem Vereinsheim machte. Durch ein beeindruckendes Graffiti des Göttinger Künstlers Matthias Mau ist das äußerlich eher schmucklose Gebäude jetzt auch noch zu einem echten Blickfang geworden.

Das rund 2,50 Meter hohe und ebenso breite Kunstwerk, das die linke Seite der Gebäudefront schmückt, zeigt einen Radrennfahrer, der durch das Mauerwerk zu brechen scheint.

„Die Schwierigkeit bei diesem Projekt war es, die Proportionen des menschlichen Körpers hinzukriegen“, sagt Matthias Mau, der in Göttingen lebt und als freiberuflicher Graffiti-Künstler sein Studium finanziert. „Außerdem sprühe ich nicht so oft Gesichter, so dass das eine echte Herausforderung war“, sagt der 29-Jährige. Eine Herausforderung, die er jedoch erstklassig gemeistert hat.

Am heimischen PC hatte Mau mit zwei zusammengeführten Fotos des ASV-Vereinsheims und eines Radrennfahrers eine originalgetreue Vorlage für sein neuestes Kunstwerk geschaffen. Im Gepäck hatte er am Sonntag neben der Vorlage und einer Leiter auch mehr als 70 Spraydosen.

„Brauchen werde ich wohl nur die Hälfte, aber ich wollte sicher sein, dass mir nachher nicht eine Farbe fehlt und ich deshalb nicht weitermachen kann“, so Mau. Angst davor, sich einmal zu „versprühen“, hat der 29-Jährige, der seit seinem elften Lebensjahr Graffitis macht, bei seiner Arbeit nicht. „Wenn das passiert, dann wird eben darüber gesprüht“, sagt er. Bei dem Radrennfahrer war das trotz teilweise heftiger Windböen aber kaum nötig.

Der Kontakt zum Ausdauersportverein kam über Dransfelds Kinder- und Jugendreferenten Rochus Winkler zustande, für den Matthias Mau vor einigen Jahren einen Graffiti-Workshop geleitet hatte und der ein guter Bekannter des ASV-Vorsitzenden Dirk Krüger ist. „Uns hat schon seit Langem die Schmiererei an unserem Vereinsheim genervt, die wir einfach nicht weggekriegt haben“, sagt Krüger. Nachdem im Vorstand die Idee aufgekommen sei, diese Schmiererei mit einem Graffiti zu verdecken, sei er auf Rochus Winkler zugegangen und der habe ihm dann Matthias Mau empfohlen.

„Unsere Idee war es, das Vereinslogo des ASV im Graffiti-Style auf die Häuserwand zu bringen“, sagt Krüger. Als Mau dann vorgeschlagen habe, einen Radfahrer fotorealistisch zu sprühen, sei er aus allen Wolken gefallen. „Ich hatte keine Ahnung, dass so etwas überhaupt geht“, sagt er.

Vom Ergebnis ist Krüger begeistert. „Ich finde es einfach super“, freut er sich. Da er genau gegenüber des Vereinsheims wohne und einen guten Blick darauf habe, sei er schon am Sonntagmorgen ganz aufgeregt gewesen. „Jetzt freue ich mich wie ein kleines Kind“, sagt der ASV-Vorsitzende. Nachdem der Künstler rund neun Stunden für sein Werk gebraucht habe, hoffe er jetzt, dass es lange erhalten bleibt und nicht durch Vandalismus zerstört wird.

„Natürlich kann man das nicht garantieren“, sagt Matthias Mau. „Aber meine Erfahrungswerte zeigen, dass die Skrupel, ein Graffiti zu zerstören, immer dann größer werden, wenn es einen höheren künstlerischen Wert hat.“ Und natürlich hoffe auch er, dass dies auch bei „seinem“ Radfahrer der Fall sein wird.

VON PER SCHRÖTER

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