Suche nach Munition

Granate in der Weser bei Hann. Münden mit der Hand geborgen

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Das meiste war Schrott: Außer der Panzermine und der Sprenggranate zogen die Taucher nur Schrott aus dem Fluss.

Die Sprenggranate, die 20 Zentimeter tief im Grund der Weser lag, barg Müller am Dienstag selbst aus dem Wasser.

Bei transportfähiger Munition sei das möglich, so der erfahrene Sprengmeister. Für den Abtransport des etwa 1,5 Kilo schweren und rund 30 Zentimeter langen Geschosses kamen dann wieder die Experten aus Hannover.

Der Fund der Panzermine in der vergangenen Woche hatte eine andere Dimension, als jetzt die Sprenggranate. Die Mine ließen Sprengmeister Thomas Müller (58) und sein Team dort, wo sie sie gefunden hatten, und alarmierten den Kampfmittelbeseitigungsdienst in Hannover. Er sprengte sie schließlich (wir berichteten).

Gestern beendeten Müller und sein dreiköpfiges Team die Suche nach Sprengsätzen und Munition in der Weser bei Hilwartshausen nördlich von Hann. Münden. Seit Anfang Juni suchten die drei Männer einer Kampfmittelräumfirma im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) die Weser an der früheren Fährstelle am Klostergut Hilwartshausen nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg ab.

Auslöser der Aktion war ein früherer Munitionsfund in dem Bereich, teilte Rolf-Dieter Summa, Leiter des WSA-Außenbezirks Hann. Münden, mit. Danach habe dort eine Flächensondierung stattgefunden, bei der 32 verdächtige Gegenstände aus Metall im Wasser erkannt worden seien.

Um diese zu überprüfen und zu beseitigen, sei die Fachfirma, der Müller und sein Team angehören, beauftragt worden. Denn in der Weser seien immer wieder auch Baggerarbeiten für die Flusspflege nötig, so Summa.

Bei ihren Einsätzen fahren Müller und seine Leute mit einem Boot die ermittelten Stellen an. Um die Gegenstände zu finden, setzen sie Metalldetektoren ein und wenn sie ausschlagen, werde getaucht, sagt Müller. Wie am Dienstag, als er selbst ins Wasser stieg. Die Stelle lag mitten in der Weser, wo er mit der Strömung kämpfen musste. Etwa 1,50 Meter tief ist der Fluss an dieser Stelle. Die Sprenggranate spürte er weitere 20 Zentimeter tief zwischen Steinen auf. „Dann muss man sich ganz vorsichtig heranarbeiten.“ Als klar gewesen sei, dass es sich um transportfähige Munition handelt, eine deutsche Sprenggranate aus den Zweiten Weltkrieg, habe er sich für die Bergung entschieden. Mit der Hand habe er sie aus dem Fluss gehoben und seinem Mitarbeiter auf dem Boot übergeben. Sie sei dann bis zum Abtransport sicher gelagert worden, damit niemand an sie herankommen könne, so Müller. Näheres wollte er dazu nicht sagen.

Etwas Besonderes sei der Fund für ihn nicht gewesen. Müller ist seit 33 Jahren in dem Beruf. Wie oft er bereits auf Minen, Granaten oder Bomben gestoßen sei, könne er nicht sagen. Es sei aber schon öfter vorgekommen.

Am Mittwochnachmittag begann das Aufräumen. Der Auftrag ist beendet. Neben dem Bauwagen liegt ein Haufen Schrott, die verrosteten Gegenstände sind kaum zu erkennen. Es ist das, was sie bei ihren Tauchgängen neben der Panzermine und der Granate gefunden haben.

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