Grauspechte am Hohen Hagen gesichtet

Blick vom Gaußturm Richtung Geologiepfad, hinten rechts die Basaltwand: Auf diesem Areal soll der Seilrutschenpark entstehen. Dort lebt auch der Grauspecht (kleines Foto), der wie sein Verwandter, der Grünspecht, ebenfalls grünlich gefiedert ist, aber beispielsweise nur ein kleines rotes Käppchen“ aufhat, wo der Grünspecht mit roten Federn vergleichsweise protzt. Foto: Sangerhausen /Archivfoto: Bogumil

Dransfeld. Uhu, Eule und Fledermaus stehen den Plänen für einen Seilrutschenpark unterhalb des Gaußturms nicht im Wege. Aber der seltene Grauspecht gibt Anlass zu weiterem Nachdenken.

Das haben entsprechende Gutachten ergeben, wie Stadtdirektor Marco Gerls in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Tourismus erklärte.

Im „avifaunistischen Fachbeitrag“ des Landkreises aber werden Sichtungen des Grauspechts aufgeführt. Und da gibt es nun noch Beratungsbedarf. Der Grauspecht ist die seltenste aller Spechtarten in Niedersachsen, erläuterte Gerls den Ausschussmitgliedern.

Man müss nun einen „Sachverständigen zu Kompensationsmaßnahmen hören“, sagte er. Sprich: Was kann man tun, um ohne Störung des Grauspechts die Freizeitanlage bauen zu können oder um dem Vogel Ausweichmöglichkeiten anzubieten? Der Landkreis hat die Situation noch nicht bewertet.

Die Frage wird nicht leicht zu beantworten sein, denn, wie Gerls weiter ausführte, ist der Grauspecht nicht nur selten, sondern auch wenig erforscht. Man wisse wenig darüber, wie er lebt. Zum Beispiel habe man auch nicht seine Brutstätten gefunden, die er gut versteckt. Alteingesessene Dransfelder hätten berichtet, dass es am Hohen Hagen schon immer Grauspechte gegeben habe, selbst zu Zeiten des Bergbaus.

Zum Hintergrund: Das Gelände, auf dem ein Investor eine Seilrutschenanlage in Dreiecksform errichten will, liegt im Landschaftsschutzgebiet, aus dem es zunächst förmlich entlassen werden muss. Dazu waren Tier- und Pflanzenwelt unter verschiedenen Schwerpunkten in Gutachten unter die Lupe genommen worden. 64 Hektar wurden untersucht.

Das Fledermausgutachten wurde durch Spenden finanziert, die Brutvögel-Untersuchung wurde aus dem Leader-Programm bezahlt. Die Untersuchung auf Uhu, Eule und Co. sowie die nötigen Planänderungen (Flächennutzungsplan, gegebenenfalls Bebauungsplan) summieren sich auf 30.000 bis 55.000 Euro. Der Investor würde sich diese Planungskosten gerne mit Stadt und/oder Samtgemeinde teilen. Darüber ist noch nicht entschieden. (tns)

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