Die Grippewelle ist in Südniedersachsen angekommen

Je tiefer das Rot, desto aktiver die Viren: Laut Statistik des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes aus der 6. Kalenderwoche 2016 sind die Viren, die Atemwegserkrankungen auslösen, gerade sehr aktiv – am südlichsten Zipfel des Bundeslandes die Landkreise Göttingen und Osterode sind mit der dunkelsten Farbe gekennzeichnet, der Kreis Northeim meldet seine Daten nicht. Grafik: Niedersächsisches Landesgesundheitsamt/Repro: nh

Landkreis Göttingen. Zwei Grippefälle wurden dem Gesundheitsamt Göttingen im Januar gemeldet, zwölf im Februar. Waren im Januar beide Erkrankungen im Bereich Göttingen aufgetreten, so gab es im Februar auch zwei in Hann. Münden, berichtet Pressesprecher Detlef Johannson.

Die Zahlen sehen harmlos aus, sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Grippewelle rollt: Zwar ist die Influenza meldepflichtig, doch kann nur gemeldet werden, was auch zweifelsfrei erkannt wurde. Und nicht jedesmal werde bei Grippe-Symptomen der aufwendige Labortest gemacht, erläutert Dr. Holger Scharlach, Pressesprecher des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. Die tatsächliche Zahl der Influenza-Erkrankungen liege also höher als die gemeldete. Wie hoch, das lasse sich nicht ermitteln.

Um dennoch einen Überblick über die Situation zu gewinnen, stützt sich das Landesgesundheitsamt auf zwei Quellen: Zum einen auf Zahlen, die die Gesundheitsämter in Niedersachsen freiwillig übermitteln zu Atemwegserkrankungen in vorschulischen Kindertageseinrichtungen sowie zum anderen auf virologische Untersuchungen von Rachenabstrichen in ausgewählten Arztpraxen.

Daraus ergibt sich dann eine Viren-Landkarte, auf der die Landkreise Göttingen und Osterode zurzeit dunkelrot aussehen: Das bedeutet eine sehr hohe Aktivität der Krankheitserreger. Der Landkreis Northeim meldet keine Daten und ist daher weiß in der Karte eingezeichnet. Umzingelt von Landkreisen, wo die Viren gerade besonders aktiv sind, dürfte es im Kreis Northeim jedoch ähnlich aussehen wie in den Nachbarkreisen.

Erfasst werden nicht nur Influenza-Viren, sondern auch andere Viren, die Atemwegserkrankungen auslösen. Zurzeit sei das Virus H1N1 dominant, das 2009 als „Schweinegrippe-Virus“ bekannt wurde. Damals wie heute seien davon eher jüngere Menschen betroffen, sagt Scharlach. Das könne daran liegen, dass Ältere bereits früher mit diesem Virus in Kontakt gekommen waren und jetzt nicht mehr so anfällig sind.

Als „normale Grippesaison“ schätzt das Landesgesundheitsamt die Situation ein. Seit der 40. Kalenderwoche des vergangenen Jahres - Beginn der „Grippe-Saison“ - wurden in Niedersachsen 610 laborbestätigte Influenza-Fälle gemeldet. Landesweit werden seitdem bisher zwei Todesfälle der Grippe zugeschrieben.

In den vergangenen zwei Wochen ist die Lage in Südniedersachsen stabil geblieben, wohingegen bundesweit die Zahl der Atemwegserkrankungen von der 5. zur 6. Kalenderwoche stieg.

Mit der Situation in Deutschland befasst sich das Robert-Koch-Institut: Die Arbeitsgemeinschaft Influenza wertet Daten aus, die Praxen ehrenamtlich übermitteln. (tns)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.