"Die Bürger zahlen"

Grüne Hann. Münden zur Werra-Versalzung: "Problem nicht verlagern"

Hann. Münden. Die Entscheidung der hessischen Landesregierung, die Planung für Abwasser-Rohre in Weser oder Nordsee zu kippen, komme zwar überraschend, sei im Kern aber richtig, heißt es in einer Stellungnahme der Mündener Grünen. Das Salz-Problem müsse gelöst werden, nicht verlagert.

Stirnrunzeln rufe allerdings die Begründung hervor: „ … weil eine solche Entsorgungslösung für den Konzern wirtschaftlich nicht zumutbar ist.“

„Wir fordern, dass K+S seinen Müll vor Ort entsorgt: Die Salzrückstände können allein mit Solarenergie und Windkraft am Ort des Entstehens eingedampft und in die unterirdischen Hohlräume verpresst werden“ sagt Martin Bretzler, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Hann. Münden. „Es gibt keinen vertretbaren Grund, K+S eine Lizenz für weitere Umweltverschmutzung zu erteilen“.

Von jeder deutschen Firma werde verlangt, dass sie ihren Müll umgehend und umweltgerecht entsorge, ohne Wenn und Aber. Diese Kosten trage selbstverständlich der Verursacher. Warum gebe es Sonderrechte für K+S?

Lesen Sie auch:

- Kaliabwässer in Werra und Weser: Was nach Abschied von Nordsee-Pipeline geplant ist

„Werden die riesigen Abraumhalden mit Fotovoltaik-Modulen überdacht, kann man Energie für das Eindampfen gewinnen. Zugleich würden damit die bei Regen entstehenden Ausschwemmungen entfallen, so dass sich das Gesamtvolumen der Salzbrühe deutlich reduziert“ ergänzt Hartmut Teichmann, Vorstandsmitglied der Grünen. „Weiter können um die Salzberge Windräder installiert werden und man könnte zusätzlich überschüssigen Solarstrom für das Eindampfen einsetzen, der bislang ins Ausland verschenkt wird.“

K+S könnte auch auf zeitgemäße Produktionsverfahren umstellen, wie das K-Utec-Verfahren zur abwasserfreien Salzproduktion. Es stünden also ausreichend Möglichkeiten zur Verfügung, das Problem umweltverträglich zu lösen, so die Grünen weiter.

Mit seiner Verzögerungs- und Hinhaltetaktik wolle K+S offenbar erzwingen, dass die Werraversalzung weiterhin genehmigt wird. Da dieser Umweltfrevel gegen europäisches Recht verstoße, habe die EU bereits ein Verfahren eingeleitet, das zu einem hohen Bußgeld für Deutschland führen werde.

„Dieses zahlt allerdings nicht der Verursacher, sondern jeder Bürger über seine Steuern. Damit sind wir doppelt gelackmeiert: Unsere Flüsse werden weiterhin verdreckt und die Strafe zahlen wir obendrein. Auf der anderen Seite erzielt K+S jährlich Gewinne im Milliardenbereich.“ (red)

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.