Wie bei Oma in der guten Stube

Grundschüler auf Entdeckungstour im Heimatmuseum Scheden

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Zeitreise: Die Grundschüler in einem Raum, der die 50er-Jahre wieder aufleben lässt.

Scheden - Im liebevoll  eingerichteten Heimatmuseum Scheden entdeckten Grundschüler Gerätschaften und Wohnungseinrichtungen von einst.  

„Was ist das?“, fragt Marianne Beuermann und hebt einen Gegenstand in ihrem Heimatmuseum in Scheden hoch. Blitzschnell gehen die Hände nach oben: ein Eierwärmer, eine Abdeckung, ein Hut. Tatsächlich ist es eine Kaffeemütze aus Zeiten, in denen es noch keine Thermoskannen gab.

Einen Einblick in den Alltag des 19. und 20. Jahrhunderts ermöglicht Marianne Beuermann mit ihrem kleinen Museumshof. Seit 19 Jahren betreibt die ehemalige Ortsheimatpflegerin ihr „Stück südniedersächsische Heimatgeschichte“, wie es auf dem zugehörigen Faltblatt heißt.

15 Kinder der örtlichen Johann-Joachim-Quantz-Grundschule sind an diesem Tag in Begleitung ihrer Lehrerin und der Eltern dort zu Gast. Das Besondere: Es ist die Klasse von Lukas, dem Enkel von Marianne Beuermann.

Die Muffs mit Tierkopf mochten die Kinder lieber nicht anfassen.

In eine alte Uniform gekleidet, leitet er zusammen mit seiner Großmutter durch die Räume und präsentiert stolz eine Ukulele. Ob Gänseschlund-Rassel, rustikales Rührgerät oder Kaffeemütze – die Klasse drei übt sich munter im Raten. Vieles sorgt für Erstaunen, manches für laute „Ihhh!“-Rufe, wie der Muff aus Tierfell. Die Taufkleider finden ein paar Mädchen besonders schön und machen Fotos. Während sie die Kinder durch ihre Sammlung führt, zeigt ihre Tochter den Erwachsenen den 50er-Jahre Raum im Obergeschoss, vollständig eingerichtet im Stil dieses Jahrzehnts. Und warm beheizt durch einen Holzofen. Hier finden die standesamtlichen oder freien Trauungen statt, die seit 2012 abgehalten werden können. Mittlerweile wird sich hier vier bis sechsmal im Jahr das Ja-Wort gegeben. Dafür kommen die Beamten des Standesamtes Dransfeld auf den Hof. Bis zu dreißig Menschen passen in die gute Stube.

Manche der Gegenstände, die Marianne Beuermann den Kindern präsentiert, scheinen schon fast wieder in Mode zu sein. Für so manchen modernen Bartträger könnte die antike Schnurrbarttasse eine große Hilfe sein. Am Ende gibt es Gebäck, Apfelsaft und vor allem eins: viel zu erzählen.  

Der Museumshof von Marianne Beuermann befindet sich in der Quantzstraße 41 in Scheden. Die eigene, private Sammlung wurde nach und nach erweitert, vor allem durch die Familie und Freunde. Führungen sind auf Anfrage und nach Verfügbarkeit von April bis Oktober möglich. Der Eintritt kostet 2,50 Euro pro Person. Trauungen können jederzeit nach Absprache stattfinden. Kontakt für Führungen Tel. 0 55 46/6 88, Trauungen Tel. 01 51/12 56 58 26.

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