Dransfelder und Energieagentur entwickeln Konzept zum CO2-Sparen

Gute Nachbarschaft hilft der Umwelt

+
Werben für das „Integrierte energetische Stadtquartierskonzept“ in Dransfeld (von links): Doreen Fragel von der Energieagentur Region Göttingen, Dirk Aue von der Stadtverwaltung sowie Stadtdirektor Mathias Eilers.  

Dransfeld – Ein gutes Miteinander und dabei noch den CO2-Ausstoß verringern: Das ist das Doppelziel des Integrierten Energetischen Stadtquartierskonzeptes, das jetzt in Dransfeld erarbeitet wird. Hinter der unhandlichen Bezeichnung verbirgt sich ein ganz handfestes Vorhaben: Nachbarn kommen zusammen und erarbeiten gemeinsam Ideen, die ihr direktes Lebensumfeld verbessern.

Zugleich werden Wege gesucht, wie man Energie sparen und die Umwelt schonen kann, skizziert es Doreen Fragel von der Energieagentur Region Göttingen. Dasselbe Konzept hat bereits im Hann. Mündener Stadtteil Neumünden erste Wurzeln geschlagen, nun geht es auch ans Gebiet Huhnsberg in der Stadt Dransfeld. Dies sei das sogenannte „alte Neubaugebiet“, erläutern Stadtdirektor Mathias Eilers und Dirk Aue von der Verwaltung. Die Häuser stammten aus den frühen 1960er-Jahren, der demografische Wandel sei im Gange. Die erwachsenen Kinder ziehen weg, die Eltern bleiben allein im Haus, Häuser werden verkauft. In diesem Bezirk sind aber auch die Schulen, Kindergarten, Sportplatz und Stadthalle angesiedelt, also eigentlich gute Voraussetzungen, diesen Teil der Stadt lebendig zu erhalten. Ein erstes Treffen für die Anwohner findet am Freitag, 10. Mai, ab 18 Uhr in der Stadthalle Dransfeld statt. Dann können die Nachbarn Vorschläge machen und Wünsche äußern, erfahren, wo es Beratung gibt, wenn beispielsweise die Heizung erneuert werden muss, und anderes mehr. 

Berücksichtigt werden sollen harte Faktoren wie Gebäudesanierung, aber auch weiche Themen wie Fahr- und Wohngemeinschaften oder Platz zum Spielen. Am Ende, nach einem Jahr, steht ein Projekt-Katalog, für dessen betreute Umsetzung Fördermittel beantragt werden können. 

Muss man zum Brötchenholen unbedingt das Auto nehmen? Wie viele Quadratmeter braucht man zum Wohnen? Gibt es Probleme mit „Elterntaxis“, die sich morgens an Kindergarten und Schule stauen? Um Fragen wie diese kann es bei der Bürgerversammlung am Freitag, 10. Mai, zu der die Energieagentur Region Göttingen und die Stadt Dransfeld   einladen. Oder aber auch um ganz andere Punkte, die das Leben im Quartier Huhnsberg betreffen. Doreen Fragel von der Energieagentur betont, dass das Integrierte Energetische Stadtquartierskonzept niemandem etwas „von oben“ aufzwinge, sondern dass es um die Wünsche und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger gehe. 

Die Bewohner sind zur Versammlung direkt eingeladen, aber auch andere Interessierte können kommen. Die im Rat vertretenen Gruppen, Kirche, Schulen, Sportverein, die Göttinger Werkstätten, Kindertagesstätte, Campingplatz, Hauseigentümer, Mieter, Unternehmer und Energieversorger: Sie alle sollen mit ins Boot.

Ein Ziel sei ganz klar die Einsparung von CO2, sagt Fragel. Ein Nahwärme-Projekt wäre also vielleicht ein Thema oder auch Beratung bei der Nutzung von Sonnenenergie am eigenen Haus.

Doch auch die gute Nachbarschaft selbst kann zum Energie- und Geldsparen beitragen: Wer pendelt täglich mit dem Auto? Kann man Fahrgemeinschaften bilden? Wenn Eltern ihre Kinder zu Grundschule und Kita mit dem Auto bringen aus Angst, die Kleinen könnten als Fußgänger unter die Räder geraten: Vielleicht würde auch hier das Prinzip „Elternlotsen“ greifen, wie es andernorts funktioniert? Stadtentwicklung und Klimaschutz sollen so miteinander verknüpft werden. Denen, die mitmachen, wird schon ein bisschen was abverlangt – sie müssen sich mit dem eigenen Verhalten und ihrem Umfeld auseinandersetzen und bereit sein, etwas zu ändern oder Neues zu versuchen. Aber sie bekommen auch etwas zurück: An dem Konzept gefalle ihm, dass es nicht nur soziologische Aspekte berücksichtige, sagt Stadtdirektor Mathias Eilers, sondern dass man damit auch ganz klar einen Mehrwert für die eigene Immobilie herausholen könne.

Der Beginn des Konzeptes, so Dirk Aue, in der Verwaltung zuständig für die Städtebauförderung, passe gut mit dem Ende der Altstadtsanierung zusammen. Nun könne man etwas für den Huhnsberg tun. So hatte die Stadt nicht lange gezögert, als die Energieagentur auf sie zukam. Das Konzept wird vom Bund und durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert.

In der Bürgerversammlung werden Nachbarn gesucht, die im Quartiersbeirat mitarbeiten möchten. Dieser werde sich regelmäßig treffen. Per E-Mail können sich Interessierte laufend über die Entwicklung informieren lassen. Wünsche und Anregungen können aber auch per Postkarte (Gebühr bezahlt Empfänger) abgeschickt werden: Die Blauen Karten mit der Aufschrift „Dransfeld liegt mir am Herzen“ werden bei der Versammlung verteilt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.