37-Jähriger seit der Jugend drogenabhängig

Amtsgericht Hann. Münden verurteilt Serieneinbrecher zu Haftstrafe

Ein Serieneinbrecher war im Raum Hann. Münden mehrere Monate unterwegs. (Symbolbild)
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Ein Serieneinbrecher war im Raum Hann. Münden mehrere Monate unterwegs. (Symbolbild)

Vor dem Amtsgericht Hann. Münden musste sich ein Serieneinbrecher verantworten

Hann. Münden – Das Amtsgericht Hann. Münden hat einen 37-Jährigen aus dem Altkreis zu zwei Haftstrafen von insgesamt vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Der Mann wollte mit Einbrüchen und Diebstählen Geld für seine Drogensucht beschaffen.

Nach Angaben von Amtsgerichtdirektor Matthias Thielbeer befand ihn das Schöffengericht in neun Fällen für schuldig. Dabei ging es um Diebstahl, versuchten schweren Wohnungseinbruchdiebstahl und versuchten Diebstahl. Das Gericht bildete vor dem Hintergrund früherer Verurteilungen, die wegen ihrer zeitlichen Nähe zu berücksichtigen waren, zwei Gesamtstrafen. Es verurteilte ihn wegen zwei Taten, bei denen es bei Versuchen blieb, zu Freiheitsentzug von einem Jahr und neun Monaten und in den weiteren sieben Fällen, bei denen es um Diebstahl und versuchten Diebstahl ging, zu einer Haftstrafe von drei Jahren. Zudem ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Die Zeit dort wird dem Angeklagten in Teilen auf seine Haftstrafe angerechnet, sollte die Therapie erfolgreich sein. Weiter verfügte das Gericht, dass von ihm 1500 Euro als Wertersatz für die Geschädigten eingezogen werden.

Zur Urteilsbegründung wies Thielbeer auf mehrere Sachverhalte hin, die gegen den Angeklagten gesprochen hätten. So sei er bereits einschlägig vorbelastet, also wegen ähnlicher Delikte mehrmals verurteilt worden, und habe mehrere Taten begangen, obwohl er unter Bewährung gestanden habe. Zudem sei derzeit davon auszugehen, dass er immer wieder solche Taten begehen würde, um Geld für seine Sucht beschaffen. Denn der Angeklagte leide unter einem Abhängigkeitssyndrom. Seit seinem 16. Lebensjahr habe er Probleme mit Alkohol und Heroin. Der 37-Jährige habe erhebliche Angst vor den Entzugserscheinungen.

Für ihn habe gesprochen, dass er bei fünf Taten geständig war. An vieles habe er sich aber nicht erinnern können, weil er unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden hätte.

Die Staatsanwaltschaft habe laut Thielbeer in ihrer rechtlichen Bewertung eine ähnliche Auffassung vertreten wie das Gericht, habe aber bei Bildung der Gesamtstrafen etwas niedriger gelegen. Der Pflichtverteidiger des Angeklagten hatte hinsichtlich des Strafmaßes keinen Antrag gestellt, aber sich bei der Therapie eine andere Form als den Maßregelvollzug in einer Entziehungsanstalt gewünscht.

Am Tatort eingeschlafen

Bei seinem bisher letzten Einbruch ist der Angeklagte am Tatort eingeschlafen. Der Mann war in eine Arztpraxis eingedrungen und hatte sich seine Beute, darunter fünf Laptops Bargeld und Blanko-Rezepte, bereits zurechtgelegt. Nach Angaben von Matthias Thielbeer, Direktor des Amtsgerichts Hann. Münden, hat ihn eine Reinigungskraft am Vormittag gefunden und die Polizei gerufen. In der Nacht zuvor war der 37-Jährige bereits in Kassel auf Einbruchstour gewesen. (Von Ekkehard Maass)

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