Planungen für die Wehren

Handlungsbedarf bei Feuerwehrhäusern in Hann. Münden

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Lernen mit der Feuerwehr: Außer retten, löschen, bergen stehen für die Feuerwehren auch solche Aktionen an, wie hier an den Berufsbildenden Schulen in Hann. Münden, wo die Brandschützer den Schülern zeigten, wie Personen mit Spreizer und Schere aus einem Unfallauto geholt werden.

Der Feuerwehrbedarfsplan in Hann. Münden, zeigt wie die Brandschützer aufgestellt sind und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen.

Dichte und enge Bebauung in der Kernstadt, Hochwassergefahr an drei Flüssen, eine ICE-Strecke mit Tunnel, Industriegebiet mit Gefahrstofflager und die unfallträchtige Autobahn A 7: Die Feuerwehren von Hann. Münden haben ein großes Aufgabengebiet mit besonderen Risikobereichen.

Der Feuerwehrbedarfsplan, der am Donnerstag im Finanzausschuss vorgestellt wurde, hat genau unter die Lupe genommen, wie die Brandschützer aufgestellt sind und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen. Eine Projektgruppe aus der Feuerwehrführung und der Stadtverwaltung und das Büro Luelf & Rinke Sicherheitsberatung haben an dem Plan gearbeitet.

Das Niedersächsische Brandschutzgesetz lege nicht ausdrücklich fest, wie welche Feuerwehr ausgerüstet sein muss, erläuterte Sandro Langer von der Sicherheitsberatung in der Finanzausschusssitzung. Der Brandschutz sei eine kommunale Aufgabe und müsse „den örtlichen Verhältnissen entsprechend“, so heißt es im Gesetz, gewährleistet werden. So dokumentiert der Bedarfsplan zunächst den Ist-Zustand, um auf dieser Basis Empfehlungen geben zu können.

Die Zahl der Feuerwehrleute passe: Die in der Feuerwehrverordnung vorgegebenen Mindeststärken würden von fast allen Ortsfeuerwehren erfüllt, teils sogar deutlich übertroffen. Damit das so bleibt, werden „personalfördernde Maßnahmen empfohlen“, also Werbung für die Feuerwehr einerseits, Boni für Feuerwehrleute andererseits, zum Beispiel freien Eintritt in städtische Einrichtungen.

Auch der Ausbildungsstand der Feuerwehrleute sei insgesamt gut, nur punktuelle Verbesserungen nötig. So könnte man in einzelnen Orten einige Atemschutzgeräteträger mehr gebrauchen.

Weniger gut fällt das Zeugnis aus, das die Fachleute den Feuerwehrhäusern ausstellen: Hier bestehe fast überall baulicher Handlungsbedarf, wenn auch unterschiedlich dringlich. Tore und Stellplätze seien zu klein, es müssten separate Umkleiden eingerichtet werden, Abgasabsauganlagen fehlten.

Etliche Fahrzeuge sind kurz davor, ihre Altersgrenze zu erreichen: In den kommenden fünf Jahren würden voraussichtlich neun (Ersatz-) Beschaffungen nötig.

394 Frauen und Männer leisten ihren Einsatzdienst in den elf freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet Hann. Münden.

In sieben Jugendfeuerwehren sind 92 Mitglieder aktiv, in sechs Kinderfeuerwehren machen 108 Kinder mit. Das Gebiet umfasse rund 120 Quadratkilometer, etwa 25 000 Menschen leben hier. Zum Einsatzgebiet gehört auch die Autobahn A 7 zwischen Drammetal und Lutterberg.

In den Jahren 2012 bis 2018, heißt es, hatten die Feuerwehren im Durchschnitt 300 bis 400 Einsätze jährlich, allerdings mit stark schwankenden Werten, so rückten die Feuerwehren 2015 insgesamt 450 Mal aus und im vergangenen Jahr 500 Mal.

Der Bedarfsplan wird nun in den Fraktionen, dann im Fachausschuss und schließlich im Rat besprochen. (tns)

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