Man begegnet im Buch vertrauten Orten in Hann. Münden

Heiter wie das Känguru: Horst Weisgerber erzählt Kurzgeschichten mit Humor

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Kurzgeschichten mit einem Schuss Ironie: Dr. Horst Weisgerber hat Anekdoten aus seinem Leben humorvoll und kurzweilig in einem Buch gesammelt.   

Volkmarshausen. Geschichten zum Schmunzeln und zum Nachdenken hat Horst Weisgerber in seinem Buch gesammelt. 

Lächelnd wiegt es sich in den Hüften, das Känguru auf der Kinderzeichnung, die bei Dr. Horst Weisgerber auf der Toilette hängt. Gemalt hat es Enkelin Solina, als sie fünf Jahre alt war. Und nun hat das Känguru ein gut 400 Seiten starkes Buch zu verantworten: „Das tanzende Känguru. Vom Knäckebrot zum Feuertopf und andere nachdenkenswerte Geschichten“.

Wie das kam, verrät Autor Horst Weisgerber schmunzelnd: Die Enkeltochter wollte vom Großvater immerzu Geschichten hören. Also erzählte er – von seinen Reisen, von Begegnungen in entlegenen Winkeln der Welt. Das Kind reagierte mit der Zeichnung. Seitdem lächelte das Känguru ihn an, wann immer er das Örtchen aufsuchte, und nährte in ihm den Gedanken, mit genau dieser optimistischen Heiterkeit ein Buch zu schreiben. 

Eine Biografie sollte es nicht werden und auch nicht zu fachlastig, sagt der Forstwissenschaftler. Beides findet sich freilich dennoch in den Texten, schließlich erzählt er persönliche Erlebnisse, die nicht zuletzt aus seinem Berufsleben resultieren. Doch wenn er zu ernst zu werden droht, ruft der Autor sich im Namen des Kängurus selbst zur Ordnung und wechselt zurück ins Anekdotenhafte. 

Alle Geschichten seien wirklich passiert, sagt Autor Weisgerber. Tagebuch habe er damals nicht geführt, lediglich dienstliche Protokolle. Und er habe Unmengen von Fotos gemacht, die, als Dias akribisch sortiert und beschriftet, später halfen, die Geschehnisse zeitlich einzuordnen. Da begegnet man vertrauten Orten in Hann. Münden, wo der Forststudent nicht nur eifrig lernte, sondern auch wusste, wie die Freizeit angenehm zu gestalten war.

Als Lehrling in Rosenthal bei Frankenberg hatte er schnell raus, dass sich die Kulturmädchen, junge Frauen, die im Forst Bäume pflanzten, besonders intensiv um denjenigen kümmerten, der sich beim Pflanzen möglichst unbeholfen anstellte.

Der Känguru-Optimismus macht nun aber aus der Anekdotensammlung beileibe kein Potpourri des Gefälligen: Der Autor setzt sich mit Politik, Geschichte und Gesellschaft auseinander und bezieht Position dazu. Ob Luftschutzkeller, Kalter Krieg oder religiöse Konflikte: Auch diese Themen werden mit den Personen und Orten lebendig, von denen erzählt wird. Da geht es zum Beispiel in den Iran, wo der Autor trotz düsterer Lebensumstände positiv gestimmte Menschen trifft, und nach China, wo ein scheinbar hoffnungsloses Projekt zur Erfolgsgeschichte wird – die „Grüne Mauer“, das größte Aufforstungsprojekt der Welt.

Informationen über Länder und Orte geben den Hintergrund für die grotesken und amüsanten Geschichten und liefern ganz wie klassische Reiseliteratur viel Wissenswertes und Kurioses aus fremden Ländern. Unterlegt ist das alles mit einem Schuss Ironie, an der Weisgerber vor allem dann nicht spart, wenn es um eigene Narreteien und Missgeschicke geht. So reihen sich die Kurzgeschichten aneinander und nehmen den Leser mit durch die Zeit und kreuz und quer über den Globus auf eine Lebensreise mit Augenzwinkern.

Das Buch

Dr. Horst Weisberger, Das tanzende Känguru. Vom Knäckebrot zum Feuertopf und andere nachdenkenswerte Geschichten. Twentysix, der Self-Publishing-Verlag, ISBN: 978-3-74 07-43 72-7. Gebundene Ausgabe, 449 Seiten, 21,99 Euro. Als E-Book: für 28 Tage 5,99 Euro, Verkaufspreis 9,99 Euro.

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