Coronakrise im Altkreis Münden

Corona macht Tierschutz zu schaffen - Weniger Spenden, dafür aber mehr Neuzugänge in Heimen

Keine Corona-Überträger: Neben zahlreichen Hunden und Katzen suchen beim Tierschutzverein Münden auch drei Riesenrammler ein neues Zuhause.
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Keine Corona-Überträger: Neben zahlreichen Hunden und Katzen suchen beim Tierschutzverein Münden auch drei Riesenrammler ein neues Zuhause.

Weniger Vermittlungen aber mehr Neuzugänge. Auch Tierheimen und Tierschutzvereinen machen die Auswirkungen des Coronavirus zu schaffen.

Der Tierschutzverein Hann. Münden arbeitet mit dem Tierheim in Göttingen zusammen, das seit vier Wochen für Besucher nicht mehr geöffnet ist.

Durch die Schließung der Tierheime sollen die Mitarbeiter vor dem Virus geschützt und gleichzeitig die Versorgung der Tiere sichergestellt werden.

Die Leiterin des Tierheims Göttingen, Sabine Kober, teilte mit, dass drei Gruppen in gleichbleibender Besetzung die Versorgung der Tiere gewährleisten. Sollte ein Mitarbeiter am Coronavirus erkranken, können die anderen beiden Gruppen weiterhin für die Tiere da sein.

Ein weiteres Problem stellen die Finanzen dar: „Durch die Coronakrise fehlen uns die Pflegegelder. Vermittlungs- und Aufnahmegebühren fallen weg, was ein großes Loch in die Kassen der Vereine reißt.

Denn die Kosten für die Versorgung unserer Tiere bleiben ja gleich“, sagt Kober. Tierarztrechnungen, Futter und laufende Kosten müssen bezahlt werden – trotz Krise. Genau so geht es auch dem Mündener Tierschutzverein.

„Tierheime und Tierschutzverein finanzieren sich größtenteils aus Geld- und Zeitspenden, die Sorgen sind groß“, sagte auch der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Die Leiterin des Göttinger Tierheims appelliert, dass trotz aller Sorgen die Menschen nicht die Tiere vergessen und Tierheimen oder Tierschutzvereinen mit einer Spende durch die schwierige Zeit helfen mögen. Denn wichtige Einnahmequellen wie Bücherflohmärkte oder Sommerfeste würden in diesem Jahr voraussichtlich ausfallen.

Wie Sabine Kober mitteilte, gibt es im Göttinger Tierheim trotz der im Internet kursierenden Gerüchte, Haustiere könnten das Coronavirus übetragen, noch keine Erhöhung der Zahl an Fundtieren. Auch beim Mündener Tierschutzverein seien die Zahlen bisher konstant geblieben, berichtet die Vorsitzende Nicole Herthum.

„Es wurden zwar zwei Katzen ausgesetzt, die wir im Moment aufpäppeln und die bald ein neues Zuhause suchen, ob das aber mit Corona zusammenhängt, können wir nicht sagen“, so Herthum weiter.

Andere Tierschutzorganisationen haben hingegen schon mit steigenden Zahlen von Fund- und Abgabetieren zu kämpfen, darunter auch der Tierschutzverein in Friedland: Mehrere Tierhalter hätten bereits angefragt, ob sie ihr Tiere abgeben könnten, aus Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus, so Juliane Lange vom Tierschutzverein Friedland. Bisher habe sie aber all davon überzeugen könne, dass von ihren Tieren keine Gefahr ausgehe, so Lange weiter.

Das bestätigt auch der Deutsche Tierschutzbund: „Aktuell sind keine Fälle an Covid-19 erkrankter Haustiere bekannt.“ Trotzdem könne es dazu kommen, dass in den kommenden Wochen verstärkt Tiere aufgenommen werden müssen, denn Coronainfizierten können mit ihrem Tier nicht mehr nach draußen gehen und es im Falle einer stationären Behandlung nicht mehr versorgen.

VON KATHARINA AHNEFELD UND WIEBKE HUCK

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