Elli Denker schreibt Gedichte und Geschichten 

Das Leben ist ihre Inspiration: Mündenerin schreibt Gedichte aus Leidenschaft

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Tierfreundin und Naturliebhaberin: Elli Denker hält ihre Gefühle und Eindrücke aus ihrer Umgebung in Gedichten und Geschichten fest.  

Hann. Münden. Reden und Schreiben liegen Elli Denker. 25 Jahre lang erzählte sie als Stadtführerin Geschichten über Hann. Münden - und schreibt Gedichte. 

Hann. Münden. „Als Kind habe ich zu viel geschwatzt, ich musste oft zur Strafe in der Ecke stehen. Wenn mein Lehrer wüsste, was ich heute damit alles erreicht habe!“

In 35 Jahren SPD-Mitgliedschaft wurde sie aufgrund ihres Talents oft auserkoren Reden zu halten. Sie war jüngste Autorin des Buches „Graupenschauer – Mündener Arbeiterfrauen erzählen aus ihrem Leben“. 2006 wirkte sie an dem Hörbuch „Sagen und Märchen aus Hann. Münden. Wahr oder Mär?“ mit. Und auch im Privaten schreibt Elli Denker mit Leidenschaft Gedichte und Geschichten. „Schwachsinn! So nannten die Männer früher unser Manuskript zu Graupenschauer“, sagt Elli Denker. Der SPD-Politiker Wolfgang Senf habe sie unterstützt. „Wenn sowas in der Schublade verschwindet, wäre das eine Schande, hat er gesagt.“

Das Buch erschien. Und 1991 wurden die Autorinnen mit dem Frauenbuchpreis von der niedersächsischen SPD ausgezeichnet. „Da haben wir den Männern aber den Stinkefinger gezeigt!“ Als einziges Mädchen wuchs Elli Denker mit fünf Brüdern in Hermannshagen auf. „Früher hat das Spielzeug schon bestimmt, was man später einmal machen sollte. Eine Puppe mit Kinderwagen, da schwebte die Erwartung mit, Hausfrau zu werden.“ Das reichte Elli Denker nicht. Nachdem sie die Hauptschule mit 14 Jahren beendete, machte sie eine Ausbildung zur Verkäuferin in einem Schuhladen. 1957 heiratete sie ihren Mann, ein Sohn und zwei Töchter kamen zur Welt, so war sie tatsächlich einige Jahre Hausfrau. Doch sie fand ihren Weg zurück in die Arbeitswelt.

1973 erkrankte Elli Denker an Krebs. „Da habe ich eine Ausbildung zur Schwesternhelferin gemacht, das hat mich abgelenkt. Die Arbeit war die beste Medizin.“ Die Krankheit hat sie überwunden, 1989 starb jedoch ihr Mann an Krebs.

Heute wohnt Elli Denker in Hann. Münden. Immer wenn sie die Inspiration packt, schreibt sie Gedichte.

Wenn sie beim Blättern der Zeitung auf ein Foto stößt, durch den Wald spazieren geht, oder wenn ihre Amselfreunde zum Fenster hereinfliegen. „Sie hören alle auf den Namen Kalle.“ Ihre Gedichte hält die 82-Jährige in ihrem Notizbuch fest. Oft legt sie ein passendes Bild bei. Manche schreibt sie für Freunde, zu Geburtstagen oder passend zu ihren Hobbys. Auch Kurzgeschichten oder ihre Erinnerungen an die Kindheit hält sie fest. „Ich habe genug Texte, um ein Kinderbuch zu schreiben.“

Hinsetzen und still sein, wie es in der Schule von ihr verlangt wurde, kommt für die aktive Rentnerin nicht in Frage.  

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