„Jahr wie kaum eines zuvor“

Feuerwehren der Samtgemeinde Dransfeld ziehen Bilanz 2019

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Anfang Mai brannte die Jünemann-Hütte in Bühren komplett ab. Ein Übergreifen der Flammen auf den Wald konnte verhindert werden. 

„Das Jahr 2019 hat die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Dransfeld gefordert und gefördert, wie kaum ein anderes zuvor“, sagt Sprecher Matthias Freter.

Zum Jahresbeginn blicken die Einsatzkräfte der Samtgemeinde auf das vergangene Jahr zurück. Laut Freter rückten sie 151 Mal aus, und damit mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Brandeinsätze habe sich trotz der Trockenheit von 33 auf elf stark verringert, Großbrände gab es keine. 

Zu den Einsätzen gehörten beispielsweise der Brand der Jünemann-Hütte in Bühren, ein Wohnwagenbrand auf dem Dransfelder Campingplatz und ein Stoppelfeldbrand in der Bührener Feldmark, der kurz vor Erreichen des Waldes noch gestoppt werden konnte.

Anstieg der Hilfeleistungen, vor allem wetterbedingt 

Die Hilfeleistungen stiegen von 47 im Jahr 2018 auf 67 in 2019. Davon waren 31 Einsätze wetterbedingt, 24 allein auf Stürme wie Eberhard zurückzuführen. Die Wehren wurden zu 18 Verkehrsunfällen gerufen, retteten 19 Verletzte und bargen vier Tote. Der schwere Unfall auf der B3 kurz vor Weihnachten war laut Freter eine extreme Belastung für die Einsatzkräfte, nachdem auch die Notfallseelsorge in Anspruch genommen wurde. Außerdem unterstützte die Feuerwehr viermal den Rettungsdienst mit der Drehleiter als Tragehilfe und beseitigte 14 Mal Ölverschmutzungen. Fehlalarme verringerten sich von 19 auf fünf.

Über einen Pizzaofen-Anhänger freute sich der Fördervererein der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Im Bild von links sind zu sehen Torsten Federkeil, Martin Hoffmann, Beda Wippermann, Toni Wippermann, Christian Fischer, Finnja Korf, Holger Kamm, Karsten Beuermann, Mathias Eilers, Frank Hartje.

Neben vielen weiteren Tätigkeiten gehörten unter anderem auch die Verkehrssicherungen für die Tour d´ Energie, die Deutschlandtour, Crosslauf, Osterfeuer, Laternenumzüge sowie Brandsicherheitswachen zu verschiedenen Festivitäten zu den Aufgaben. 

In Erinnerung bleiben den Ehrenamtlichen auch besondere Fälle, wie die Rettung eines verletzten Waschbären, eine Katze, die nach mehreren Tagen mit Futter von einem Baum gelockt werden konnte, eine unterspülte Straße und eine grüne Flüssigkeit in der Auschnippe, die sich als ungefährlich herausstellte.

Ehrungen und Feste

Einige Mitglieder wurden mit besonderen Auszeichnungen geehrt, berichtet Freter. Dransfeld Ortsbrandmeister Carsten Degenhardt und Löwenhagens Ortsbrandmeister Frank Bete erhielten das Silberne Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrbandes. 

Stellvertretende Gemeindekinderfeuerwehrwartin Mareike Wienecke wurde mit dem Ehrenzeichen der Niedersächsischen Jugendfeuerwehren ausgezeichnet. Zudem feierte die Feuerwehr Scheden ihr 85-jähriges Bestehen.

Erstmals richtete Meensen den Gemeindewettbewerb aus. Kurz darauf kamen 43 Wehren aus dem Landkreis zum Kreisleistungsvergleich nach Dransfeld.

Ausblick aufs neue Jahr

2020 steht bei den Freiwilligen Feuerwehren in Niedersachsen unter dem Motto „Mensch – Klima – Feuerwehr!“. Die Ortsfeuerwehr Scheden soll laut Freter ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug erhalten. 

Die Ortsfeuerwehr Dransfeld benötigt eine neue Drehleiter. Die Jugendfeuerwehr Dransfeld feiert ihr 60-jähriges Bestehen und richtet zu diesem Anlass den Kreiswettbewerb aus. Dazu werden 1000 Gäste erwartet.

So viele Mitglieder haben die Feuerwehren

Die Feuerwehren in der Samtgemeinde Dransfeld zählen 732 Mitglieder (-12). Davon sind 354 Aktive (+8), 85 Jugendliche (-10) und 78 Kinder (+0). Dazu gehören 189 Alterskameraden (-10) und 26 Musiker (+0). Der Anteil der weiblichen Mitglieder steigt laut Sprecher Freter kontinuierlich. 

Derzeit sind es in der Kinderfeuerwehr 49 Prozent, in der Jugendfeuerwehr 40 Prozent und bei den Aktiven 21 Prozent. Problematisch sei der sinkende Mitgliederstand bei den Jugendfeuerwehren, der auf stärkere Freizeitkonkurrenz und Ganztagsunterricht zurückzuführen sei.

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