Leerstand in der Innenstadt im Fokus

Enge Kontakte pflegen: Münden hat neuen Wirtschaftsförderer

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Für die Stadt Hann. Münden: Der neue Wirtschaftsförderer Tobias Vogeley (links) und Bürgermeister Harald Wegener arbeiten künftig zusammen.

Hann. Münden. "Ich werde aktiv auf die Mündener Unternehmen zugehen und einen engen Kontakt pflegen", kündigte er bei seiner Vorstellung in der Stadtverwaltung an. Als erste Aufgabe will der neue Wirtschaftsförder der Stadt. Hann. Münden , Tobias Vogeley, eine Analyse des Bestandes in Angriff nehmen.

Die Stärkung der Innenstadt und die Förderung der gewerblichen Wirtschaft werden Schwerpunkte der Arbeit von Tobias Vogeley sein, den Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener jetzt als neuen Wirtschaftsförders der Drei-Flüsse-Stadt vorstellte. Vogeley ist Mündener "Jung": Der 35-Jährige wurde in der Stadt geboren und hat bis auf einen zweijährigen Aufenthalt bei der Walt Disney Company in Orlando/Florida und in Belgien sein Berufsleben in Hann. Münden verbracht. Zuletzt war der Kaufmann, der einen Abschluss als Bachelor of Arts in Business-Administration der Verwaltungs-Akadmie in Göttingen besitzt, bei der Mündener EKO-Folien GmbH beschäftigt. Ehrenamtlich engagierte sich der verheiratete Wirtschaftsförderer seit November 2016 als Ortsbürgermeister von Laubach. Dieses Amt muss er jetzt wegen der Unvereinbarkeit mit seinem neuen Tätigkeitsfeld niederlagen. Sein Nachfolger soll in der Ortsratssitzung am 9. April gewählt werden. Kandidaten seien Christian Menz und Rudolf Förster, sagte Vogeley. Bürgermeister Wegener setzt große Hoffnungen in seinen neuen Mitarbeitet – insbesondere in der Kooperation mit der Hann. Münden Marketing GmbH, die für den Tourismus und das Stadtmarketing zuständig ist, sowie mit der Stadtplanung in der Verwaltung. Wegener betonte, dass bei der Arbeit der Wirtschaftsförderung die gesamte Region betrachtet werden müsse, auch weil es Zuschüsse vom Landkreis Göttingen gebe. Für den Standort ist die Arbeit unter anderem wichtig, weil die Stadt von ihren Schulden aus eigenen Kräften runter kommen muss. "Unsere Gewerbesteuereinnahmen sind mit rund zwölf Millionen Euro jährlich zu hoch, als dass wir eine Entschuldungshilfe vom Land bekommen", sagte Wegener. Außerdem gelte es, Arbeitsplätze für gering qualifizierte Menschen zu schaffen. Nur so könnten seiner Meinung nach Probleme und Wünsche frühzeitig erkannt werden. "Eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung hängt stark mit der Kenntnis über die ansässigen Betriebe und die zielgerichtete Ansprache zusammen", ist der 35-Jährige überzeugt.

Tobis Vogeley versteht sich dabei als Dienstleister. Konkret möchte er beispielsweise als "Lotse und Schnittstelle" bei Fragestellungen zu den Themen Standort, Fördermittel und Arbeitsplätze aktiv werden.

Innenstadt stärken

Im Bereich der Innenstadt möchte sich Vogeley den Leerständen annehmen. "Wir benötigen Konzepte zur Stärkung der Innenstadt, um sie für Einheimische und Touristen attraktiver zu machen", sagt er.

Als absolut notwendig dafür bezeichnet er die Einbeziehung der Einzelhändler und Bürger und das Festetllen der Ist-Situation. "Wirtschaftsvereinigungen wie zum Beispiel die Mündener Gilde müssen mit ins Boot, genauso wie Vermieter, Verpächter und Hausbesitzer."

Ein fester Termin ist für ihn bereits der Runde Tisch des Einzelhandels am Donnerstag, 8. Februar, um 18.30 Uhr im Gebäude der Hann. Mündener Marketing GmbH. Ein weitere Schwerpunkt soll die Revitalisierung brachliegender, ehemaliger Industrieansiedlungen sein. "Sie versprühen den Charme vergangener Zeiten. Eine Wiederbelebung in welcher Form auch immer ist eine spannende und ambitionierte Aufgabe."

Ganz generell gilt für ihn beim Thema Gewerbeflächen: Innenentwicklung vor Außenentwicklung, da die Flächenbereitstellung auf der grünen Wiese begrenzt sei.

Dabei legt er Wert darauf, dass man sich nicht vor notwendigen Neuausweisungen verschließen dürfe. Vogeley: "Es kommt auf den Einzelfall an." Große Hoffnungen setzen Vogeley und Bürgermeister Harald Wegener bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels auf das geplante "Welcome Center Göttingen". Beide möchten eine Außenstelle nach Hann. Münden holen. Mit Ihrer Hilfe soll für Arbeitnehmer, die in die Region kommen, Willkommenspakete geschnürt werden, um den Arbeitskräften und ihren Familien den Start zu erleichtern.

Dazu könnte auch beispielsweise die Hilfe bei der Beschaffung von Arbeitsplätzen für die Ehefrauen oder der erforderliche Platz im Kindergarten gehören.

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