Corona-Krise

Jugendherberge in Gefahr: Übernachtungszahlen in Hann. Münden eingebrochen

Niedersachsen, Osnabrück: Blick auf den Teppich am Eingang einer Jugendherberge. Die Jugendherbergen in Niedersachsen fürchten in der Corona-Krise um ihre Existenz. Zwar kommen seit einigen Wochen wieder Gäste, die finanziellen Schwierigkeiten sind aber groß - vor allem wegen des Ausfalls der Klassen- und Gruppenfahrten.
+
Die Jugendherberge Hann. Münden steht vor einer schwierigen Zukunft. Die Corona-Krise hat für einbrechende Übernachtungszahlen gesorgt. (Symbolbild/dpa)

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Jugendherbergen aus? In Hann. Münden sind die Übernachtungszahlen eingebrochen, erst seit 01.07.2020 hat die Herberge wieder geöffnet. Auch die Coronaregeln machen dem Betrieb zu schaffen.

Hann. Münden – Eine eher durchwachsene Prognose hat die Jugendherberge in Hann. Münden, wie René Petat, Regionalleiter der Jugendherbergen Hann. Münden und Göttingen, mitteilt. Die Betriebs- und Fixkosten liefen ganz normal weiter, während die Gästezahl massiv eingebrochen sei. Es könnte sein, dass die Herberge in der Professor-Oelkers-Straße im späten Herbst schließen müsse.

Jugendherberge wieder seit 01.07.2020 geöffnet

Seit dem 1. Juli habe die Mündener Herberge wieder geöffnet, teilt Petat mit, die in Göttingen seit dem 25. Mai. Die Mitarbeiter arbeiten momentan zu etwa 30 bis 40 Prozent. Zwar werde das Angebot wieder von Gästen angenommen, trotzdem seien es im Vergleich zum vergangenen Jahr nur etwa ein Viertel der Buchungen. Erschwerend hinzu komme, dass die Corona-Regeln des Landes Niedersachsen, sich negativ auswirken.

Seit dem 13. Juli sind Gruppenreisen von bis zu 50 Personen wieder erlaubt, trotzdem dürfen dieses Jahr keine Klassenfahrten stattfinden. Gerade nach den Sommerferien würden viele Klassen einen Aufenthalt in einer Herberge buchen, das entfalle jetzt.

„Buffets sind wieder erlaubt“

„Die Zukunft der Herberge steht auf Messers Schneide, wir leben von den Klassenfahrten“, sagt Petat. Es gebe schon einige Anfragen für das Jahr 2021. Positiv angenommen werde das Hygienekonzept: „Buffets sind wieder erlaubt“, sagt er.

Man habe beschlossen, dass die Gäste am Buffet Einmalhandschuhe tragen müssen. Daneben gilt noch Maskenpflicht, bis sie ihre Plätze im Speisesaal einnehmen. Das Konzept sei an die Empfehlungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) angelehnt und übertreffe diese noch.

Zukunft der Jugendherberge in Hann. Münden ungewiss

Zahlreiche Gäste kämen aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Bayern. Diese würde sich oft vor dem Reiseantritt über die Hygienekonzepte informieren. „Bei vielen Anfragen merkt man die Unsicherheit. Welche Regeln gelten? Wie geht es weiter? Wird es eine zweite Welle geben?“ Mit dem Konzept sei man „für alles gewappnet“. Trotzdem sei die Zukunft ungewiss.

Herbergen in Süd-Ost-Niedersachsen

Zum Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) Landesverband Hannover gehören 23 Jugendherbergen in Süd-Ost Niedersachsen. Das Gebiet reicht in etwa von Hann. Münden bis Lüneburg, von Hameln nach Wolfsburg. Der Verband zählte vor der Coronakrise im Schnitt 380 000 Übernachtungen und hat 150 000 Mitglieder. 300 Mitarbeiter kümmern sich um die Gäste. Bis jetzt mussten die Gebäude in Bad Sachsa und Schöningen (Landkreis Helmstedt) schließen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.