15 Jahre im Einsatz für Behinderte

Wolfgang Peter kümmert sich im Kreis Göttingen ehrenamtlich um Menschen mit Handicap

SPD-Landratskandidat und Sozialdezernent Marcel Riethig zusammen mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Wolfgang Peter.
+
SPD-Landratskandidat und Sozialdezernent Marcel Riethig zusammen mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Wolfgang Peter.

Bereits seit 15 Jahren unterstützt Wolfgang Peter im Landkreis Göttingen zum Thema Inklusion. Und dabei gehe es um mehr als die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Landkreis Göttingen – Bereits seit 15 Jahren unterstützt der 70-Jährige den Landkreis zum Thema Inklusion. Und dabei gehe es um mehr als nur die Integration von Menschen mit Behinderungen in das Alltags- und Berufsleben.

„Es ist eine Haltungsfrage, es geht darum, von beiden Seiten aus zu denken“, erklärt er. Ziel von Inklusion sei es nicht, dass sich die Behinderten dem System anpassen müssen, sondern das System so anzupassen, dass alle reinpassen.

Dafür sei ein Perspektivwechsel gefragt: „Genauso, wie man den Körperbehinderten verstehen muss, der Probleme beim Einstieg in den Bus hat, muss man sich auch in den Busfahrer hineinversetzen, der in Zeitdruck ist“, so Peter.

In die Rolle des Behindertenbeauftragten ist Wolfgang Peter über die Jahre hineingewachsen. Prägend für ihn war ein eigener Schicksalsschlag: Seit einem Gehirnbluten vor 27 Jahren leide er unter einer Wortfindungsstörung. Davor habe der studierte Holzwissenschaftler eine Werkstatt in Gimte geführt, sich in einem Ausbildungszentrum in Nordhausen um arbeitslose Jugendliche gekümmert, sie beim Nachholen des Schulabschlusses unterstützt.

Als Behindertenbeauftragter des Landkreises ist Wolfgang Peter immer dann gefragt, wenn es um das Thema Barrierefreiheit, etwa an Haltestellen, Bahnhöfen oder bei Straßenübergängen geht. „Mir ist es wichtig, mir vor Ort ein Bild zu machen, auf Grundlage von Akten zu unterscheiden ist schwierig“, betont er. Zunächst höre er sich dann die verschiedenen Positionen an. „Dabei ist das Menschliche wichtig, nicht das juristisch Formale“, so Peter. Schließlich gehe es beim Thema Barrierefreiheit nicht nur um ein paar Stufen: „Blinde Menschen haben zum Beispiel völlig andere Bedürfnisse“, so Peter.

Neben der Barrierefreiheit von Neu- und Umbauten setzt sich Wolfgang Peter auch für die Inklusion an den Schulen im Landkreis ein. Ein Beispiel dafür sei das Projekt „Inklusion bewegen“, das an den Integrierten Gesamtschulen in Göttingen-Geismar und in Bovenden laufe. Während der Landkreis zuvor für jeden einzelnen förderbedürftigen Schüler einen Schulbegleiter zur Verfügung habe stellen müssen, sei dies bei dem neuen Ansatz nicht mehr erforderlich. Mittlerweile laufe die Betreuung gemeinsam in kleinen Gruppenprojekten.

Der Erfolg des Konzepts sei auch dem Engagement von Wolfgang Peter zu verdanken, so der Sozialderzenent und SPD-Landratskandidat Marcel Riethig. Für den Job des Behindertenbeauftragten brauche es viel Verantwortungsbewusstsein: „Genau das schätzen wir als Kreisverwaltung an Herrn Peter. Auch ein hohes Maß an positivem Denken zeichnet ihn aus“, sagt Riethig.

Er hoffe, dass Wolfgang Peter auch nach dem Ende der aktuellen Legislatur dem Landkreis weiterhin beratend zur Verfügung stehe.

Von Thomas Schlenz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.