1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden
  4. Hann. Münden

1972 gegründet: Geschichtsverein Sydekum feiert 50-jähriges Jubiläum

Erstellt:

Kommentare

Immer wieder setzten sich Menschen für den Erhalt der Altstadt ein. An diesem um 1972 entstandenen Farbdia ist der Wandel ablesbar. Schritt für Schritt entstand eine Fußgängerzone. Noch sind einige Häuser in der Langen Straße mit Brettern oder Putz verkleidet. Hier der Verbrauchermarkt Helco und Haushaltswaren von Knollmann, heute Rossmann. repro: Stefan schäfer
Immer wieder setzten sich Menschen für den Erhalt der Altstadt ein. An diesem um 1972 entstandenen Farbdia ist der Wandel ablesbar. Schritt für Schritt entstand eine Fußgängerzone. Noch sind einige Häuser in der Langen Straße mit Brettern oder Putz verkleidet. Hier der Verbrauchermarkt Helco und Haushaltswaren von Knollmann, heute Rossmann. © Repro: Stefan Schäfer

Im Jahr 1972 wurde in Hann. Münden der Heimat- und Geschichtsverein Sydekum e.V. gegründet. Am kommenden Wochenende feiert der Verein sein 50-jähriges Bestehen.

Hann. Münden – Am 9. März 1972 wurde von einer historisch interessierten Herrenrunde der Heimat- und Geschichtsverein Sydekum e. V. gegründet. Das war nicht der Anfang, sich mit der Geschichte der Stadt und seiner Umgebung auseinanderzusetzen. Schon im 19. Jahrhundert hatte Münden in der Person des Schlachtermeisters Wilhelm Lotze (1800 bis 1879) einen glühenden Autodidakten in Sachen Heimatkunde. Er schuf 1879 die erste und im Grunde bis heute einzige Gesamtdarstellung der Mündener Stadtgeschichte in Form eines Buches.

Der in den 1870er-Jahren gegründete Verschönerungsverein, das aus ihm hervorgehende Turmbaukomitee für den Bau der Tillyschanze, stehen für weitere Bemühungen, die Heimat zu gestalten und die Geschichte erlebbar zu machen. Die Sammeltätigkeit von Georg Fischer (1845 bis 1907), der den Grundstein für die „Alterthümersammlung“ der Tillyschanze und des 1898 gegründeten Eberlein- und Heimatmuseums im Welfenschloss schuf, mag als weiteres Beispiel gelten.

Nachdem der Denkmalschutz sich zunächst den prominenten Bauten, den Burgen, Schlössern, Kirchen und Rathäusern zugewandt hatte, erfuhr im 20. Jahrhundert das Fachwerk mehr an Bedeutung. Münden hatte das große Glück, dass Kriege, Hochwasser und Feuersbrünste den Kern einer umfassenden baulichen Überlieferung von Fachwerkhäusern aus sieben Jahrhunderten nicht zerstören konnten.

Im Jahr 1975 erster Stadtbildpfleger in Hann. Münden

Personen wie Alfred Hesse (1889 bis 1955) und Heinz Hartung (1920 bis 2010) verschrieben sich dem Thema der Bewahrung des Fachwerkhauses. Letzterer gehörte 1972 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Tragende Säule in der Geschichtsvermittlung war seinerzeit Dr. Karl Brethauer. Hartung und Brethauer teilten sich zeitweise das Amt des Ortsheimatpflegers und 1975 wurde Hartung zum Stadtbildpfleger berufen.

Dieser Begriff wurde erstmals 1975 im deutschsprachigen Raum in Münden geprägt. Münden erfuhr mit seiner Stadtsanierung bundesweite Anerkennung. Die entscheidenden Impulse kamen auch aus den Reihen der Mitglieder des Heimatvereins. Es waren Entscheidungen, die heute essenziell wichtig und richtig für den Erhalt historischen Erbes waren.

42 Schriften zur Geschichte der Stadt Hann. Münden und seiner Umgebung wurden bislang durch den Verein ermöglicht. Unzählige Vorträge wurden gehalten und Exkursionen angeboten. Der Verein förderte mehrfach Archiv und Museum und damit das „Gedächtnis der Stadt“. Unter dem Namen Sydekum, hochdeutsch: sieh dich um, versteht der Verein eine Einladung, sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen. (Stefan Schäfer)

Feier am Samstag

Der Verein feiert am Samstag, den 27. August, ab 14 Uhr ein Vereinsjubiläum. Im Veranstaltungssaal des Geschwister-Scholl-Hauses wird es neben einem Kaffee- und Kuchenbüfett auch zwei Vorträge geben. Stadtarchivar Stefan Schäfer wird unter dem Motto „die Heimat im Herzen“ über die Entwicklungen heimatkundlicher Forschungen aus mehreren Jahrhunderten sprechen. Ortsheimatpfleger Thomas Tölle will das Jahr 1972 ins Gedächtnis rufen. Es war eine Zeit zahlreicher richtungsweisender Ereignisse in und um Münden. Eine Arbeitsgruppe des Vereins hat eine bebilderte Rückschau auf dieses Jahr erarbeitet. Der Eintritt ist frei. Interessierte sind willkommen. 

Auch interessant

Kommentare