Über 350 Mitarbeiter legten Arbeit nieder

24 Stunden ging nichts mehr: Streik bei Haendler & Natermann

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Respekt vor harter Arbeit: Mit dieser Forderungen legten gestern rund 350 Mitarbeiter der Firma Haendler & Natermann in Hann. Münden ihre Arbeit nieder. Sie fordern sechs Prozent mehr Lohn und eine Absenkung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden. 

Hann. Münden. Bei strahlendem Sonnenschein haben am Donnerstag die Mitarbeiter der Firma Haendler & Natermann ihre Arbeit niedergelegt.

Sechs Prozent mehr Lohn, eine Absenkung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden und einen verbindlichen Anspruch auf Rückkehr zur Vollzeit nach Teilzeitphase, das fordern die Gewerkschafter der Metall- und Elektrobranche von den Arbeitgebern.

Wie überall in der Region hat die IG-Metall am Donnerstag zum Arbeitsstreik aufgerufen und 350 Mitarbeiter der Firma Haendler & Natermann haben ihre Arbeit komplett niedergelegt, nachdem die Tarifverhandlungen bislang ergebnislos beendet wurden.

Streik ist Druckmittel

"Arbeitnehmer haben sonst keine Möglichkeit, Druck auszuüben. Wenn es zu keiner Einigung kommt, brauchen wir Streik!", sagte Betriebsratsvorsitzender Frank Baake am Donnerstag. Mit orange-roten Westen, Trillerpfeifen und Bannern bewaffnet, versammelten sich die streikenden Arbeitnehmer rund um das Firmengelände der Mündener Firma. Gegenüber an der Rotunde wurde ein Zelt aufgestellt, in dem sich die Streikenden regelmäßig aufwärmen und stärken konnten.

Hier unterstütze Mirko Richter von der IG-Metall Süd-Niedersachsen-Harz die streikenden Arbeitnehmer mit aufmunternden, aber bestimmenden Worten: "Wir stehen hier für die sechs Prozent! Weil uns das zusteht!", sagte er. 

Selbstbestimmte Arbeitszeiten für Gesundheit und Familie. Mirko Richter gestern bei der Kundgebung an der Rotunde.

Auch für Richter steht der Arbeitnehmer im Vordergrund, denn sie seien diejenigen, die es möglich machen, dass Maschinen rund um die Uhr laufen, ein Projekt nach dem anderen abgeliefert werde und auch am Wochenende gearbeitet würde. Deshalb forderte er: "Arbeitszeiten, die zu unserem Leben passen und ein Recht darauf, auch mal eine Weile kürzertreten zu können."

Umdenken muss stattfinden

Ab sechs Uhr standen alle Maschinen still in den Hallen der Firma H&N, nur ein Notdienst sei vor Ort, sagte Betriebsratsvorsitzender Frank Baake. Die 24 Stunden, in denen gestreikt wurde, seien rechtmäßig, betonte Mirko Richter in seiner Ansprache im Gewerkschafterzelt an der Rotunde. "Die Arbeitgeber blockieren total. Wir sind bereit, uns wieder an den Verhandlungstisch zu setzen. Wenn dann kein Umdenken stattfindet, wird die Ampel von Gelb auf Rot gestellt und das bedeutet Flächenstreik."

Für alle Streikenden stand im Fokus, dass man einen angemessenen Ausgleich zwischen Arbeit und Privatem schaffen muss. "Wir bei Natermann wissen, was Flexibilität ist und wie das Privatleben durcheinandergebracht wird, wenn man am Wochenende arbeitet", sagte Betriebsratsvorsitzender Baake bestimmt. Mit den Worten "Wir müssen die Arbeit für unsere Zukunft tun", symbolisierte er die Wichtigkeit des Streiks.

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