38-Jähriger wegen Kupferdiebstahls verurteilt

Hann. Münden. Das Amtsgericht Hann. Münden hat am Mittwoch einen 38 Jahre alten Mann wegen Beihilfe zum Kupferdiebstahl zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt.

Hann. Münden. Das Amtsgericht Hann. Münden hat am Mittwoch einen 38 Jahre alten Mann wegen Beihilfe zum Kupferdiebstahl zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt. Richterin Dr. Christina Kunst sah es als erwiesen an, dass der seit drei Jahren in Deutschland lebende Bulgare zusammen mit zwei schon verurteilten Komplizen im Februar vergangenen Jahres über den Zaun einer Entsorgungsfirma stieg und vier Kupferspulen im Wert von etwa 1000 Euro entwendete.

Obwohl die Richterin betonte, dass sich ein Geständnis positiv auf die Strafe auswirke, bestritt der Angeklagte die Vorwürfe. „Wir waren spätabends auf dem Rückweg von Göttingen nach Kassel, als wir die Spulen am Straßenrand liegen sahen“, sagte der Mann mithilfe einer Dolmetscherin aus.

Da sie davon ausgingen, dass es Altmetall sei, hätten sie das Kupfer mitgenommen, um es später zu verkaufen. Später wurden die drei Männer von der Polizei angehalten und auf das Revier gebracht. Auch die Komplizen des Angeklagten, die als Zeugen aussagten, teilten diese Version der Geschichte. „Wir haben das Urteil angefochten, es gibt keine Beweise“, sagte der 31-jährige Fahrer des Pkw aus. Richterin Kunst befragte ihn auch über die Begegnung mit der Polizei in Hann. Münden, die nicht so harmlos war, wie der Angeklagte zunächst behauptet hatte.

Demnach reagierten die Männer weder auf die Lichthupe noch auf die Polizeikelle. Der Fahrer machte eine Vollbremsung, wendete, flüchtete auf den Bahnhofsparkplatz und schaltete die Beleuchtung aus. „Ich dachte, die Lichthupe ist nicht normal. Ich wusste ja nicht, dass es die Polizei ist“, so der Fahrer.

Ein Mitarbeiter der Entsorgungsfirma erkannte das Kupfer jedoch zweifelsfrei wieder und bestätigte, dass die Pflanzen, die im Kofferraum des Pkws gefunden wurden, auch dem Betriebsgelände wachsen.

Dieser Umstand und auch die Tatsache, dass sich das Papier der Spulen am Zaun befand, überzeugten die Vorsitzende, dass es sich bei dem Kupfer nicht um einen Zufallsfund handelte. Zudem glaubte sie dem Angeklagten nicht, dass keiner die Polizeikelle bemerkt haben will.

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