Angeschlagener Stadtwald

4000 Eichen für Hann. Münden: Aktion des Vereins Trinkwasserwald und der Deutschen Bank

Startschuss zur Pflanzaktion: 4000 Roteichen sollen ein neues, rund ein Hektar großes Waldstück im Mündener Stadtwald unweit der Fuhrmannstein-Schutzhütte bilden. Bei der Aktion mit dabei: der Vorsitzende des Vereins Trinkwasserwald Heiner Rupsch (Vierter von links), Stadtwald-Betriebsleiterin Susanne Gohde (Sechste von links) und Deutsche Bank-Vertreterin Christine Schwake (rechts)
+
Startschuss zur Pflanzaktion: 4000 Roteichen sollen ein neues, rund ein Hektar großes Waldstück im Mündener Stadtwald unweit der Fuhrmannstein-Schutzhütte bilden. Bei der Aktion mit dabei: der Vorsitzende des Vereins Trinkwasserwald Heiner Rupsch (Vierter von links), Stadtwald-Betriebsleiterin Susanne Gohde (Sechste von links) und Deutsche Bank-Vertreterin Christine Schwake (rechts)

4000 neue Bäume für den Stadtwald in Hann. Münden. Das geht auf eine Aktion des Vereins Trinkwasserwald zurück, unterstützt von der Deutschen Bank. Die Pflanzung hat am Wochenende begonnen.

Hann. Münden. – Der in Hamburg ansässige und deutschlandweit tätige Verein Trinkwasserwald hat in Kooperation mit der Deutschen Bank begonnen, 4000 Roteichen im Mündener Stadtwald zu pflanzen. Mit den jungen Pflanzen wird eine Freifläche von rund einem Hektar aufgeforstet. Der Fichten-Altbestand mit einigen Lärchen war der Dürre, Stürmen und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen.

Stadtwald Hann. Münden: „Wir haben kein Geld für Aufforstungen“

Die Leiterin des Stadtwalds, Susanne Gohde, und ihre Vertreterin Annika Meier freuten sich sichtlich über die Initiative. „Wir haben kein Geld für Aufforstungen“, sagte Susanne Gohde zu Beginn der Pflanzaktion, an der sich Mitarbeiter des Geldinstituts und ihre Familien beteiligten, Corona bedingt allerdings in einem kleinen Rahmen.

Kein Wunder: derzeit gibt es im rund 2700 Hektar großen Stadtwald Freiflächen (Blößen) in einer Größenordnung von rund 700 Hektar. Die Trockenheit der vergangenen Jahre, Stürme und Käfer haben gewaltig an seinem Bestand genagt. Allein an den Wegen im Stadtwald hätten 5000 Festmeter Schadholz beseitigt werden müssen.

Junge Bäume für Hann. Münden: Schutz durch Zaun

Allerdings muss der der Bereich um die kleinen Roteichen unweit der Fuhrmannstein-Schutzhütte mit einem rund 1,80 Meter hohen Zaun geschützt werden. „Die jungen Bäume wären für das hier vorkommende Rotwild ein Leckerbissen“, sagt die Betriebsleiterin. Einen Zaun in dieser Höhe würde das Wild nicht überspringen. Nach den Worten von Susanne Gohde kommen die Roteichen sehr gut mit Trockenheit zurecht.

Der Verein Trinkwasserwald hat seit 2010 über 80 Pflanzaktionen in Deutschland mit Partnern organisiert, erläuterte Vorsitzender Heiner Rupsch. Er und seine Mitstreiter engagieren sich für Aufforstungen und Waldumbau unter den drei Stichworten Wasser, Wald und Werte. Angestrebt werde die Schaffung von Laub- und Laubmischwälder.

Reine Kiefernbestände verdunsten den Vereinsangaben zufolge fast den gesamten Niederschlag, unter Buchenwäldern sickern jedoch mehr als 20 Prozent des Jahresniederschlages in die Tiefe und fließen dem Grundwasser zu. Dabei ist das Wasser unter dem Wald von sehr guter Qualität.

Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen

Das Stichwort Werte steht bei den Projekten für die Schaffung und Förderung erlebbaren Bewusstseins bei den Teilnehmern. Ziel ist, langfristig den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und Trinkwasser als Lebensquelle zu sichern. Prognose: Dieses Waldstück fördert in zehn bis 15 Jahren den Grundwassereintrag um bis zu 800 000 Liter zusätzlich.

Die Deutsche Bank, so Sprecherin Christine Schwake, hat in diesem Jahr bereits in Seesen, Braunschweig, Potsdam, Berlin, Schkeuditz und anderen Orten unterstützt.

Für jedes neu aktivierte digitale Postfach beim Online-Banking pflanze die Bank seit Oktober 2019 in Kooperation mit dem Verein Trinkwasserwald einen Baum. Ende 2020 soll die Marke von 300 000 gepflanzten Bäumen erreicht sein. (Von Hans-Peter Niesen)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.