"Big Jump" für saubere Flüsse

43 Schwimmer trotzten in Hann. Münden dem kalten Wasser

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Schlange stehen: Zahlreiche Schwimmer nahmen am Big Jump in Hann. Münden teil. 

Mit einer „Wunderheilung“ fing der zehnte Big Jump in Hann. Münden in diesem Jahr an. Ein erfahrener Teilnehmer wurde dabei urplötzlich kuriert. 

Der erfahrene Teilnehmer Holger Stemmer, der seit vielen Jahren beim Big Jump in die Weser springt, kam in diesem Jahr mit schlechten Nachrichten am Weserstein an: Statt eines Neoprenanzugs trug er einen Nadelstreifenanzug und zwei Krücken. „Ich habe mir das Bein verdreht“, so Holger Stemmer. 

Ausgerechnet am zehnten Big Jump werde er nicht teilnehmen können, behauptete er. Dann auf dem Weg zum Einstieg unterhalb der Hängebrücke stand plötzlich vor den Augen aller Schwimmer der berühmte Wanderarzt Doktor Johann Andreas Eisenbart vor dem angeschlagenen Holger Stemmer. 

Samt Nadelstreifenanzug ab ins Wasser

Und nur wenige Minuten später und nach einer geheimen Behandlung durch Dr. Eisenbart (gespielt von Nikolaus Wildberg) ging es dem Beim von Holger Stemmer wieder gut und samt Nadelstreifenanzug ging es für ihn ins Wasser und Fluss abwärts Richtung Reinhardshagen. 

Doktor Eisenbart „heilte“ den Teilnehmer Holger Stemmer.

Zuvor hatte der Shanty-Chor die Gimter Tampenjungs für die Zuschauer und Schwimmer Musik gemacht und Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener hatte die Teilnehmer und Gäste begrüßt. Wegener sagte, wie beeindruckt er von der friedlichen Protestaktion für eine saubere Weser und Werra sei. 

„Man kann guten Gewissens ins Wasser gehen und in unseren Flüssen schwimmen, trotzdem ist die Wasserqualität noch nicht so, wie wir sie uns wünschen“, so Wegener, der betonte, dass weiter daran gearbeitet werden müsse, die Wasserqualität zu verbessern. 

Schwimmer weisen auf verschmutzte Flüsse hin

Denn der Big Jump wird nicht nur als breitensportliches Langstreckenschwimmen veranstaltet, die Schwimmer wollen auf die Versalzung und Verschmutzung der Gewässer Werra, Fulda und Weser hinweisen und in erster Linie den Kampf für mehr Gewässerschutz unterstützen. 

Die Gimter Tampenjungs sorgten am Weserstein für Musik.

9,3 Flusskilometer war die Strecke lang, die die 43 Schwimmer zurücklegten, im 15 Grad kalten Wasser und ähnlichen Außentemperaturen. 

Begleitet von engagierten Helfer von der DLRG und dem THW kamen alle Schwimmer sicher in Reinhardshagen an.

Nach 75 Minuten in Vaake

Dabei war auch der erfahrene Weserschwimmer Harm Ahlers aus Bremerhaven, der bereits beim ersten Big Jump in Hann. Münden dabei war. „Wir sind als Vorbereitungsteam überwältigt von dem tollen Zuspruch“, so Julia Bytom, städtische Mitarbeiterin, die die Aktion bereits zum 10. Mal begleitet und organisiert hat. 

Der Schwimmer Marco Hohlen aus Hannover erreichte Vaake nach 75 Minuten, dicht dahinter Joachim von der Heyde aus Berlin, Ann-Kathrin Heumann und Carsten Gerke vom SV Neptun 1966 Rotenburg.  

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