Kaputte Bänke werden nicht mehr ersetzt

Vandalismus und Müll: Abenteuerspielplatz am Kattenbühl wird nicht mehr vermietet

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Aufräumen: Mitarbeiter der Revierförsterei räumten auf. 

Hann. Münden. Vandalismus, Vermüllung und Rücksichtslosigkeit haben überhand genommen: Der Abenteuerspielplatz am Kattenbühl in Hann. Münden wird nicht mehr vermietet.

Die kaputten Bänke werden nicht mehr ersetzt. „Die werden sowieso nur verheizt“, sagt Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst, Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Münden. Am Dienstag  haben  Mitarbeiter der Revierförsterei  auf dem Abenteuerspielplatz Kattenbühl aufgeräumt  und morsche oder mutwillig zerstörte Sitzgelegenheiten und Geräteteile abgebaut. Zum Sitzen gibt es künftig nur ein paar dicke Baumstämme.

Der Naturpark hatte 2010 die Verwaltung des Platzes für die Landesforsten übernommen. Ursprünglich sollten die Mieteinnahmen die Unterhaltung der Anlage finanzieren – eine Rechnung, die aber schon lange nicht mehr aufgeht. Auf etwa 50 Vermietungen im Jahr kämen drei- bis viermal so viele unbezahlte Nutzungen – mit jeder Menge unschöner Hinterlassenschaften. Zwischenzeitlicher Höhepunkt: Über Facebook wurde zu einer Party auf dem Abenteuerspielplatz aufgerufen. Das hätten damals Anwohner und die Polizei verhindert.

Einmal pro Woche kontrolliere der Mitarbeiter des Naturparks Münden, Gerd Kaufmann, den Abenteuerspielplatz sagt Sibylle Susat, Geschäftsführerin des Naturparks, in der Sommersaison sogar zweimal pro Woche. Doch das reiche nicht mehr aus, um den Platz von Müll und Scherben freizuhalten. Allein im vergangenen Jahr habe das Forstamt 10 500 Euro für den Spielplatz aufgewendet, rechnet Revierförster Marco Brandau zusammen. Umso frustrierender, dass der Platz dennoch ständig so aussehe, als würde sich niemand darum kümmern.

Man könne zudem Mietern nicht mehr garantieren, dass sie den Platz auch tatsächlich nutzen könnten, berichtet Schmidt-Langenhorst: Immer wieder sei es vorgekommen, dass Kindergartengruppen auf dem Platz ankamen und den Grill von anderen belegt vorfanden. Eine Einsicht, der Gruppe, die einen Nutzungsvertrag vorweisen kann, den Platz frei zu geben, sei da nicht immer vorhanden.

Steine herausgebrochen: Sibylle Susat, Geschäftsführerin des Naturpark Mündens, begutachtet den beschädigten Grill. 

Die Nutzung des Spielplatzes ist auf eigene Gefahr möglich, der Naturpark schließt aber nicht aus, dass als Ergebnis der wöchentlichen Kontrollgänge eine komplette Schließung aus Sicherheitsgründen notwendig werden kann. 

Angesichts der Zerstörungswut auf dem Abenteuerspielplatz Kattenbühl haben sich über Facebook Freiwillige zusammengefunden, die sich am kommenden Samstag, 29. April, um 9 Uhr auf dem Spielplatz zum Arbeitseinsatz treffen. Dazu aufgerufen hatte Jörg Wieland, dessen eigene Kinder dort früher gern gespielt haben, wie er berichtet. Holger Sparbier habe den Kontakt zum Forstamt geknüpft. Ein Caterer werde am Samstag Bratwurst und Getränke spendieren. Auf den Aufruf hin meldeten sich rund 30 Einzelpersonen, aber auch die Mündener Jugendfeuerwehr und die ASB-Jugend. In mehreren Teams sollen zum Beispiel der Eingangsbereich, der Bolzplatz und die Rutsche auf Vordermann gebracht werden. Alle Freiwilligen werden gebeten, Hacke, Spaten, rechen und andere Werkzeuge mitzubringen. Die Aktion soll bis maximal 13 Uhr dauern. Je mehr mitmachen, desto mehr werde geschafft, wirbt Wieland für die Aktion, „frei nach dem Motto: Viele Hände, schnelles Ende“. 

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