Mündener Friedhöfe

Ärger über Bestattungszeiten in Hann. Münden: Ratsmitglieder üben massive Kritik an Verwaltung

Symbolbild Trauer, Trauerlicht auf einer Grabplatte auf dem Frankenberger Friedhof.
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In der Sitzung des Umweltausschusses wurde massive Kritik an der Mündener Stadtverwaltung geübt. Es ging um die Bestattungszeiten der Friedhöfe.

In der Sitzung des Umweltausschusses ist massive Kritik an der Hann. Mündener Stadtverwaltung laut geworden. Dabei ging es um die Bestattungszeiten der Friedhöfe in der Stadt.

Hann. Münden –Der Antrag der Gruppe Die Grünen/Münden aktiv vom 25. August 2020 sieht vor, die Friedhofssatzung so zu ändern, dass Beisetzungen von Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr und an Samstagen zwischen 9 und 14 Uhr möglich sein sollen und die strenge Kopplung an die Dienstzeiten der Verwaltung aufgehoben werden soll. Jürgen Liebrecht vom Fachdienst Friedhofs- und Bestattungswesen präsentierte im Ausschuss eine Stellungnahme des Personalrats der Verwaltung, wonach unter anderem wegen Personalknappheit eine solche Neuregelung nicht möglich sei.

Außerdem habe die Verwaltung bei Bestattern nachgefragt, die ebenfalls Ablehnung signalisiert hätten. Diese Stellungnahme sorgte bei den Ausschussmitgliedern für einen Sturm der Entrüstung. „Warum mussten wir so lange auf eine Stellungnahme warten? Die Verwaltung hat gemauert“, betonte Dr. Wilfried Kraft. Diese Blockadehaltung gegenüber den Bürgern sei völlig unverständlich. Auch sei es Sache der Hinterbliebenen, einen Bestatter zu finden. „Wir werden hier für blöd verkauft“, so Dr. Kraft.

Dr. Wilfried Kraft, Ratsvorsitzender Hann. Münden

Auch Ausschussvorsitzender Markus Jerrentrup (CDU) brachte sein Unverständnis zum Ausdruck: „Wir akzeptieren diese Stellungnahme der Verwaltung so nicht und ich fordere dazu auf, nach Möglichkeiten zu suchen“, so Jerrentrup. Auch Mündens amtierender Bürgermeister Harald Wegener erklärte, er sehe die Stellungnahme des Personalrats als inakzeptabel an. „Es wird nicht mehr gestorben, nur weil jemand seinen Angehörigen an einem Wochenende beerdigen möchte“, betonte Nortrud Riemann (SPD). Es gehe doch darum, flexiblere Arbeitszeiten, zu ermöglichen.

„Die Formulierung: ,Regelmäßig während der Dienstzeiten’ erinnert an Verordnungen aus Kaisers Zeiten“, betonte Hartmut Teichmann. Auch andere Gemeinden bekämen es hin, das Personal flexibel einzusetzen. Der Antrag wurde in die nächste Umweltausschusssitzung verwiesen. (Thomas Schlenz)

Zehn Friedhöfe in Hand der Stadtverwaltung

In der Stadt Hann. Münden gibt es insgesamt 13 Friedhöfe. Davon sind zehn in der Hand der Stadtverwaltung. Das sind: Neumünden und Hermannshagen sowie die acht Ortsteilfriedhöfe Bonaforth, Bursfelde, Hedemünden, Laubach, Lippoldshausen, Mielenhausen, Volkmarshausen und Wiershausen mit einer Gesamtfläche von circa 17 Hektar. Die Friedhöfe der Ortsteile Gimte, Hemeln und Oberode werden dagegen kirchlich verwaltet. (jed)

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