Aggressive Schäferhündin: Leinenpflicht nur in Grundstücksnähe

Hann.Münden/Göttingen. Weil seine Schäferhündin mehrfach andere Hunde attackiert hat, muss ein Einwohner der Stadt Hann. Münden seine Hündin in bebautem Gebiet immer angeleint führen.

Verstößt er gegen diese Auflage, muss er ein Zwangsgeld von 100 Euro zahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden.

Das Gericht wies damit eine Klage des Hundebesitzers gegen die Stadt Hann.Münden teilweise ab. Die Verwaltung hatte im März 2014 angeordnet, dass der Kläger seine Hündin außerhalb der Wohnung nur noch angeleint führen dürfe. Das Gericht hielt einen solchen generellen Leinenzwang allerdings für unverhältnismäßig und hob deshalb den Bescheid teilweise auf. Nach dem Urteil darf der Kläger die Leine außerhalb der geschlossenen Bebauung abnehmen, allerdings nur dann, wenn das Gelände übersichtlich und ein ungewollter Kontakt mit anderen Hunden mit Sicherheit ausgeschlossen ist (Aktenzeichen 1 A 64/14).

Die Stadt hatte den Leinenzwang erlassen, nachdem sich mehrfach Bürger darüber beschwert hatten, dass die Schäferhündin angriffslustig sei und andere Hunde ohne Vorwarnung attackiere. Der Kläger lasse sie bei Spaziergängen zu weit vorlaufen und rufe sie erst, wenn sie schon eine Attacke gestartet habe. Der Kläger machte dagegen geltend, dass seine Hündin noch nie zugebissen habe.

Einige Monate später zeigte eine Nachbarin des Klägers an, dass dessen Hündin ihren Hund mehrfach attackiert habe. Nach Ansicht des Klägers waren dies nur „kleinere Rangeleien“, die Nachbarin würde überreagieren. Wenige Wochen später zeigte die Nachbarin erneut zwei Attacken an, einmal habe die Schäferhündin ihrem Hund am Rücken Fell ausgerissen.

Weitere Angriffe 

Die Behörde ordnete dann den Leinenzwang an, weil nicht auszuschließen sei, dass sich künftig Menschen oder Tiere durch das Verhalten der Hündin bedroht fühlten oder verletzt würden. Trotz der zugesagten Verhaltensänderungen sei es weiter zu Angriffen gekommen. Das Interesse des Klägers an einer unbeschränkten Hundehaltung müsse gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Gefahrenabwehr zurücktreten.

Das Gericht bestätigte die Gefahreneinschätzung. Es lägen ausreichende Anhaltspunkte dafür vor, dass das Tier anderen Hunden aggressiv begegne und diese attackiere. Die Einstufung als „bloßes Gerangel“ überzeuge nicht.

Rubriklistenbild: © dpa

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