Sinne im Klostergarten erwecken

Aktionstag in Bursfelde mit Barfußpfad und Handauflegen

Während Brigitte und Henning Falke auf dem Barfußpfad, Organisator Klaus-Gerhard Reichenheim und Hausleiterin Barbara Fischer schauen zu
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Behutsam: Während Brigitte und Henning Falke auf dem eigens für den Veranstaltungstag angelegten Barfußpfad wandeln, schauen Organisator Klaus-Gerhard Reichenheim und Hausleiterin Barbara Fischer ihnen gespannt zu.

„Erwecke mir alle Sinne – Bursfelde berührt“ lautete das Motto am Sonntag (14. Juni 2021) im Garten des Klosters Bursfelde, der erstmals seit langem wieder für verschiedene Kontakt- und Berührungsmöglichkeiten geöffnet war.

Bursfelde – „Normalerweise veranstalten wir einmal im Jahr unseren Klostertag, zu dem jedes Mal rund 200 Besucher kommen und bei dem wir neben einem Gottesdienst und einem gemeinsamen Essen auch verschiedene Workshops anbieten“, sagte Pastor Klaus-Gerhard Reichenheim, der Leiter des Geistlichen Zentrums Kloster Bursfelde.

Nachdem der Klostertag im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie hatte ausfallen müssen und es auch für dieses Jahr lange nicht abzusehen gewesen sei, dass sich die Situation derart positiv entwickelt wie zuletzt, habe man bereits im Dezember 2020 beschlossen, die Großveranstaltung auch für dieses Jahr abzusagen. „Stattdessen haben wir uns überlegt, wie wir sowohl digital als auch für einen kleineren Kreis in Präsenz ein Ersatzangebot auf die Beine stellen können“, so Reichenheim.

Herausgekommen ist die zweitägige Veranstaltungsreihe „Bursfelde berührt“. Dabei wurden zunächst am Samstag (im Kloster und ohne Beisein der Öffentlichkeit) Reichenheim und seine beiden Kollegen, Pastorin Dr. Silke Harms und Diakon Klaas Grensemann, für einen Radiobeitrag interviewt und ihre jeweiligen Lieblingslieder in diese Interviews integriert.

Viele Stationen für alle Sinne

Am Sonntag hieß es dann im Klostergarten für 80 Besucher „Erwecke mir alle Sinne“. An rund einem Dutzend Stationen konnten die in eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe aufgeteilten Gäste auf dem idyllischen, rund 16 000 Quadratmeter großen, parkähnlichen Gelände auf Entdeckungstour gehen und dabei mit sich, der Natur und Gott unterwegs sein.

Ob behutsames Abschreiten eines Barfußpfades, Abschreiben von Psalmen und Bibelversen im Scriptorium, Wasserschöpfen im kühlen Mühlenbach, Handauflegen unter Anleitung, bedächtiges Wandeln auf einem Pfad des Schweigens, Farbengespräch oder Fotoaktion mit dem eigenen Smartphone – für jeden Geschmack war etwas dabei.

Abgerundet wurden beide Veranstaltungsteile jeweils von einem Freiluftgottesdienst sowie einem gemeinsamen Mittagessen oder Kaffeetrinken unter freiem Himmel.

„Das ist alles sehr schön hier, richtig gut gemacht und es herrscht eine tolle Atmosphäre“, schwärmten Brigitte und Henning Falke, die aus Gladebeck (Landkreis Northeim) angereist und „positiv überrascht“ waren. „Es ist erstaunlich, wie man mit relativ einfachen Mitteln etwas derart Großartiges auf die Beine stellen kann“, lobten sie.

„Die gesamte Aktion wurde mit dem Kopf und mit dem Herzen geplant“, betonte Klaus-Gerhard Reichenheim. Ziel sei es gewesen, den Menschen nach so langer Zeit auch unter Einhaltung sämtlicher Corona-Vorschriften etwas Schönes ermöglichen zu können und sie zum Spüren, Genießen, Zeit haben, Beten, Gestalten oder einfach zum Sein einzuladen.“ Dass dabei auch noch das Wetter perfekt mitspielte, habe dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. „Aber man muss ja auch mal Glück haben“, meinte Reichenheim mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Der spezielle Dank des Pastors ging nicht nur an seine beiden Mitorganisatoren Dr. Silke Harms und Klaas Grensemann, sondern auch an die sieben jungen Helfer vom Klosterprojekt und an das fünfköpfige Aufbauteam und an die übrigen Helfer, „ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht denkbar wäre“. (Per Schröter)

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