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Alkohol bleibt Suchtproblem Nummer 1

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Von: Kim Henneking

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Uta Masche und Carsten Schmidt.
Sie beraten zum Thema Sucht im Altkreis Münden: Uta Masche und Carsten Schmidt von der Diakonie Hann. Münden © Bettina Sangerhausen

Alkohol ist im Altkreis Hann. Münden das größte Suchtproblem. Gefolgt von Drogenabhängigkeit, Glücksspiel und Medienkonsum. Das geht aus dem Jahresbericht 2021 der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention der Diakonie hervor, der nun veröffentlicht wurde.

Grund für eine Suchtmittelabhängigkeit und für einen Rückfall können alltägliche Belastungen, Konflikte und Ohnmachtsgefühle sein, erklären die Diplom-Sozialpädagogin und Sucht- und Sozialtherapeutin Uta Masche und der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Carsten Schmidt in ihrem Bericht. Auch depressive Verstimmungen, Depressionen, Ängste und Trauma führen in die Abhängigkeit.

Die Beratungsstelle bietet Informationen zu den Suchtproblemen und ist Anlaufstelle für Personen, die sich um die eigene Gesundheit oder die eines Angehörigen sorgen. 65 Prozent der Beratungskontakte finden laut Bericht direkt mit den Betroffenen statt, 29,2 Prozent mit Arbeitgebern, Ärzten und Behörden. Die Berater vermitteln an eine passende Therapie, Gruppe oder Kurse. Dafür arbeitet die Fachstelle mit Einrichtungen in der Region zusammen. Die ambulante Rehabilitation richtet sich an Suchtkranke, die nach einer stationären Entwöhnung weiterbehandelt werden. Das wohnortnahe Angebot soll berufliche und soziale Teilhabe ermöglichen.

Die Pandemie habe den Kontakt zu den Klienten zeitweise erschwert. Viele Gespräche fanden telefonisch statt, Gruppentreffen wurden vorübergehend ausgesetzt. Die Zahl der Hilfesuchenden und die Art der Sucht habe sich durch die Pandemie jedoch nicht verändert.

Unabhängig davon sei die „Komplexität der Einzelschicksale“ auffällig. So gebe es mehr Menschen, die ein Suchtproblem haben und zugleich unter Depression leiden, die mit Tabletten behandelt werden. Eine zeitgleiche Behandlung dieser Probleme sei besonders schwer. Und obwohl sich niemand ausschließlich wegen Nikotinkonsums melde, seien viele Ratsuchende auch Raucher. Angebote zur Entwöhnung würden jedoch nur selten angenommen.

Laut Bericht ist Alkohol schon seit langem das größte Suchtproblem. Für 78 Prozent der Abhängigen habe sich diese Sucht nach einer Betreuung verbessert.

Hier geht es zum vollständigen Bericht der Diakonie Göttingen.

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