Partner des Hoszpizdienstes Alpha übt Kritik

Kinderhospiz warnt vor gewerblichen Sammlern

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Kinderhospiz Löwenherz warnt: Die Spendensammlung geht nicht auf Löwenherz zurück.

Hann. Münden/Syke. Das Kinderhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen warnt vor gewerblichen Sammlern im Auftrag der „1mal1-Stiftung“. Auch der ambulante Hospizdienst Alpha in Hann. Münden, der Kooperationspartner von Löwenherz ist, distanziert sich von der Spendensammlung. 

Bei der Sammlung im Auftrag der "1mal1-Stiftung" stehen leere Wäschekörbe vor den Haustüren und bitten um Bekleidung, Bettwäsche und Schuhe. Dabei erweckten sie den Eindruck, für Löwenherz zu sammeln. Und das sei nicht der Fall.

„Wir distanzieren uns eindeutig von dieser Sammelaktion, die ohne unser Wissen und Absprache erfolgt“, sagt Löwenherz-Sprecher Heiner Brock. „Wir lehnen diese Art der Sammlung grundsätzlich ab.“ Sein Kollege Jörg Holzapfel sagt: „Das ist nicht unsere Philosophie.“ Der Verein will Strafanzeige erstatten.

Ein Bürger habe das Kinderhospiz über die Sammelaktion in Hann. Münden informiert und dem Verein ein Foto geschickt, berichtet Brock.  Er fügt hinzu: Sollte die Aktion weitergehen oder in eine andere Region verlegt werden, würde sich das Kinderhospiz über weitere Hinweise entweder an den Verein (Tel. 04242/59 25-0, Mail: info@loewenherz.de) oder an die örtliche Polizei freuen.

Im Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz können nach Angaben des Sprechers jährlich bis zu 250 Familien mit unheilbar erkrankten Kindern und Jugendlichen zu Gast sein. Sie werden für bis zu vier Wochen im Jahr aufgenommen. Eva Maschinski, Koordinatorin beim ambulanten Hospizdienst Alpha in Hann.Münden, distanziert sich ebenfalls von der umstrittenen Spendeneinwerbung. Alpha ist Kooperationspartner von Löwenherz.

Die „1mal1-Stiftung“ reagierte am Mittwoch nicht auf eine HNA-Anfrage, aber die Inprocon GmbH und Co. KG, die als Entsorgungsbetrieb mit der gemeinnützigen „1mal1-Stiftung“ kooperiert, meldete sich. „Eine Kleidersammlung für das Kinderhospiz Löwenherz wird weder kommuniziert noch durchgeführt“, so Geschäftsführer Lüder Schulz. Allerdings sei jedem Sammelbehältnis eine Pressemappe für mehr Transparenz angeheftet. 

"Die Sammlungen werden überwacht"

Das Unternehmen Inprocon äußert sich zu den Vorwürfen des Kinderhospizes Löwenherz in Syke, die Sammelaktion im Auftrag der „1mal1-Stiftung“ sei ohne Wissen und Absprache des Kinderhospizes erfolgt. Löwenherz war ein Foto aus Hann. Münden zugeleitet worden, das einen Sammelkorb mit einem Sachspendenfoto für Löwenherz von vor vier Jahren zeigt.

„Die Sammlung ist formaljuristisch und moralisch einwandfrei“, teilt Inprocon-Geschäftsführer Lüder Schulz mit. „Sollte hier ein falscher Eindruck entstanden sein, tut uns das Leid und wird im Dialog zum Kinderhospiz Löwenherz bereinigt.“ Inprocon, ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb, mache bundesweit Straßen- und Behältersammlungen im Bereich Alttextilien. Die „1mal1-Stiftung“ profitiere aus dem Sammelerlös und fördere damit in der Region, wo gesammelt wurde, Kindereinrichtungen, so Schulz weiter.

Alle Sammlungen seien bei den unteren Erlaubnisbehörden angezeigt „und werden durch den TÜV Nord überwacht“. In der Haushaltssammlung würden transparent alle notwendigen Informationen kommuniziert. Mit einer in den Sammelbehältnissen ersichtlichen Pressemappe „soll dem Bürger, der nicht ins Internet geht, veranschaulicht werden, dass gemeinnützige Projekte gefördert werden“, so Schulz. 

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