Schätze im Museum

Als das Fett in Hann. Münden knapp wurde

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Verarbeitung von Bucheckern: In einer Vitrine im Städtis chen Museum wird eine Kiepe mit den Früchten der Rotbuche, eine Ölpresse und Öl im Einmachglas gezeigt. 

Bis Sonntag, 8. September, ist die Ausstellung „Aufbruch in die Demokratie – Revolution zwischen Weser und Leine 1918 bis 1923“ im Städtischen Museum im Welfenschloss zu sehen.

Ein blaues Kleid belebt die Schau, die auch Lebensmittel zeigt. Eine Vitrine, in der ein Weidenkorb mit den Früchten der Rotbuche, eine Hand-Ölpresse und Öl im Einmachglas zu sehen sind, ist der Gewinnung von Öl aus Bucheckern gewidmet. Die Exponate stammen aus dem Museum der Stadt Uslar, das die Schau zuvor zeigte.

„Seit 1915 benötigte man eine Brotkarte, um beim Bäcker einkaufen zu können“, heißt es in den Erläuterungen zur Ausstellung. Immer mehr Lebensmittel – besonders Speisefett – wurden damals knapp. Daher hieß es „sammelt Bucheckern!“. Sie konnten in das Kreishaus und eine Sammelstelle in Altmünden gebracht werden, die Ölmühle gab im Gegenzug Speiseöl ab.

Bucheckern (auch: „Büchele“) sind ein energiereiches Nahrungsmittel: Sie haben einen Fettgehalt von rund 40 Prozent und sind reich an Mineralstoffen, Zink und Eisen. Zu Mehl geschrotet dienen sie als Zutat für Brot und Kekse.

Frisch geröstet werden sie aufgrund ihres nussigen Aromas gern über einen herbstlichen Salat gestreut. Beim Verzehr von vielen rohen Bucheckern droht Bauchweh, der Inhaltsstoff Fagin kann jedoch durch das Rösten der geschälten Früchte in der Pfanne innerhalb von einigen Minuten abgebaut werden. Die Schale lässt sich zuvor leichter entfernen, wenn die Eckern mit kochendem Wasser übergossen werden. Gleichzeitig können hohle Früchte aussortiert werden, da sie nach oben treiben. Um einen Liter kaltgepresstes Öl zu gewinnen, werden heutzutage sieben Kilogramm Bucheckern benötigt. Das sind etwa 25 000 gereinigte und getrocknete Eckern.

Nicht in jedem Jahr trägt eine Rotbuche Früchte, das goldgelbe Öl ist für Salate sowie für Pilz- und Wildgerichte geeignet.

Es kann auch als Massage- und Hautöl eingesetzt werden. Zu ihrem Namen kam die Rotbuche aufgrund der rötlichen Färbung ihres Holzes.

Das Städtische Museum im Welfenschloss, Schlossplatz 5, in Hann. Münden, Tel. 0 55 41/75 20 2 und 75 34 8, wird mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr ist frei, darüber kostet er 1,80 Euro, ab 18 Jahren beträgt der Eintritt 2,50 Euro.

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